Milchschäumer-Test: Die besten Schaumschläger

Ein Cappuccino macht nur mit einem schönen Milchhäubchen Freude. Kassensturz testete erstmals Geräte, die Milch aufschäumen. Resultat: Billige Milchschäumer bringen Milch gleich schnell zum Schäumen wie teure Maschinen.

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Milchschäumer-Test: Die besten Schaumschläger

6:15 min, aus Kassensturz vom 9.10.2007

Anna Käppeli ist Schweizer Barista-Meisterin 2007 und fünftbeste Barista der Welt. Baristi sind wahre Künstler an der Espressomaschine. Sie brauen Kaffee nach allen Regeln der Kunst. Sie schauen auf Wasserhärte und perfekten Mahlgrad der Bohnen. Sie wissen Bescheid über Kaffeesorten und Röstung.

Der perfekte Cappuccino ist eine ausgewogene Balance zwischen Milch, Kaffee und Schaum: «Der Schaum muss einheitlich und sehr kompakt sein mit ganz, ganz feinen Bläschen drin», erklärt Anna Käppeli.

Schweizerinnen und Schweizer trinken erstaunlicherweise mehr Kaffee pro Jahr als die Italiener, Franzosen oder Spanier – nämlich über 700 Tasse pro Kopf und Jahr. Latte Macchiato und Cappuccino sind «in», geschäumte Milch im oder auf dem Kaffee wirkt leicht und verführerisch. Die Auswahl an Milchschäumern ist gross. Kassensturz testet verschiedene Systeme: Fünf batteriebetriebene Modelle. Zwei, bei denen Milch von Hand durch ein Sieb gedrückt wird und ein elektrisches Gerät.

Simple Geräte einfacher in Handhabung

Fünf Experten amten als offizielle Schaumschläger: Bruno Gruber, Geschäftsführer Gastro Baselland, Ingo Rogalla, Organisator Schweizer Barista-Meisterschaft, Barbara Held, Kaffeemaschinen-Hersteller Schaerer AG, Walter Strahm, Milchtechnologe Forschungsanstalt Agroscope und Barbara Paulsen, Chefredaktorin von «Le Menu». Testkriterien sind: Verarbeitung und Handhabung der Geräte. Wie schnell bildet sich Schaum? Wie kompakt und cremig ist er? Wie schnell fällt der Schaum zusammen?

Food-Journalist und Sensoriker Patrick Zbinden überwacht den Test. Er erwärmt teilentrahmte UHT-Milch auf 70 Grad, sie hat das beste Schäumungsverhalten. Die Jurorin und Kaffee-Trainerin Barbara Held erahnte die Resultate: «Die einfacheren Geräte sind auch die einfacheren in der Handhabung, mit sehr schönen Resultaten».

Grosse Preisspanne bei guten Schäumern

«Gut»: Nespresso Milchschäumer Aeroccino, mit 99 Franken der teuerste im Test. Ein Knopfdruck und der elektrische Milchschäumer heizt die Milch auf. Sie schäumt innert etwa 50 Sekunden. «Gut» auch: Der viel günstigere Bodum Schiuma, gekauft bei Migros für 19 Franken und der Milchschäumer von Interio für 18 Franken. Die Jury ist sich einig: Die Stäbchen-Modelle ergeben kompakten, cremigen Schaum. Einzige Mängel: Zum Teil unbequeme Handgriffe und schlecht bedienbare Schalter.

«Genügend»: Salter frother, der günstigste im Test. Kritik der Jury: wenig Power und vibriert stark in der Hand. «Genügend» auch Ad hoc, das Modell Rapido. Minuspunkte: rutschiger Griff, der ausserdem zu kurz ist für grosse Gläser. Mit zwei Chromstahl-Milchschäumern müht sich die Jury ab.

Die Modelle sind unhandlich, werden heiss und es bildet sich – wenn überhaupt – sehr grobporiger Schaum, der schnell zusammenfällt. Milchtechnologe Walter Strahm: «Das spritzt und wenn man den Deckel wegnimmt, läuft die Milch raus.»

Nur «sehr wenige Kundenreklamationen»

«Ungenügend»: Frabosk Cappuccino Creamer für 39.90 Franken. Der Hersteller schreibt, bei der richtigen Bedienung könne keine Milch aus dem Behälter spritzen. Auch ungenügend: WMF Creamer, der zweitteuerste im Test, gekauft bei Coop City. WMF schreibt: «Wir führen den Artikel nun schon seit mehr als zehn Jahren im Programm. Bisher kamen nur wenige Reklamationen, die eine Einschränkung der Funktion gezeigt hätten.»

Ebenfalls «ungenügend»: Bodum Mousse mit Glasbehälter für 34.90 Franken. Die Milch schäumt auch nach langem Schwingen kaum. Der Griff ist zu massiv. Für Bruno Gruber von Gastro Baselland ist dieses Modell «unbrauchbar». Bodum schreibt: «Es gingen bisher sehr wenige Kundenreklamationen ein. Diese nehmen wir zum Anlass, die Gebrauchsanweisung zu überarbeiten, um eine bessere Aufschäumqualität zu erreichen.»