Autohandel: Gemeine Geschäfte eines Garagisten

Klagen verärgerter Kunden über Occasionshändler häufen sich: «Kassensturz» zeigt, mit welchen fiesen Methoden ein Garagist im Ankauf den Preis drückt und beim Verkauf der Fahrzeuge überrissene Preise verlangt. Mit Ratschlägen und Warnungen vom TCS-Fachmann und einem Experten-Chat.

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15.09.09: Autohandel: Gemeine Geschäfte eines Garagisten

8:01 min, aus Kassensturz vom 15.9.2009

Daniel Heynen aus Luzern will sein Auto verkaufen. Im Internet inseriert er seinen Subaru Outback. Schon bald meldet sich das Autohaus Schiess per SMS. Im SMS schreibt Schiess: «Wir suchen genau Ihr Auto für unseren Kunden.» Daniel Heynens Preisvorstellung liegt bei 24'900 Franken. Das Interesse an seinem Auto scheint gross, er fährt 80 Kilometer zum Autohaus Schiess nach Volketswil.

Plötzliche Mängel

Doch: Nichts ist mit einem schnellen Geschäftsabschluss. Heynen fährt unverrichteter Dinge nach Hause. Zwei Wochen später will die Garage das Auto ein zweites Mal sehen. «Beim zweiten Besuch ging es nur noch um die Abgabe. Doch man wollte das Fahrzeug noch einmal überprüfen. Das hat mich irritiert», sagt Heynen. Bei dieser zweiten Fahrzeugprüfung seien plötzlich erhebliche Mängel aufgetreten, sogenannte. Heynen: «Es ging einfach darum, den Preis zu drücken.»

Das Autohaus Schiess will vor der Kamera keine Stellung nehmen. Es behauptet, in diesem Fall habe es tatsächlich einen Kauf-Interessenten gegeben. Der Autohändler gibt aber zu: «Es kann vorkommen, dass kein solcher Interessent vorhanden ist. Es steht aber jedem Verkäufer frei, an seinen Preisvorstellungen festzuhalten und den Verkauf platzen zu lassen.»

Daniel Heynen hat aber schon zu viel Zeit investiert. Entnervt verkauft er den Subaru weit unter seinen Preisvorstellungen. Das Ganze habe für ihn System: Zuerst ködere man den potentiellen Kunden mit einem SMS und bekunde grosse Interesse. «Danach wird der Preis gedrückt.» Sein Bruder habe die gleichen Erfahrungen gemacht und er glaube nicht an Zufälle, ergänzt Heynen.

Brisantes erfahren

Auch die Mängelliste des Traumautos von Johannes Brunnhofer ist lang. Vor neun Monaten hat er einen Audi RS4 beim Autohaus Schiess gekauft. Die lärmende Servopumpe ist nicht das einzige, was am Auto kaputt war. Auch Reifen und Bremsen mussten repariert werden. Seit dem Kauf zahlte der Flugzeugmechaniker 8000 Franken für Reparaturen.

Bereits auf der Probefahrt fallen Johannes Brunnhofer gewisse Mängel auf. Die Garage verspricht: Das Auto werde vor der Übergabe sorgfältig überprüft. Von wegen, das Autohaus Schiess behebt die Schäden nicht. Brunnhofer findet den Vorbesitzer seines Fahrzeugs und erfährt Brisantes: «Er hat mir gesagt, dass er darauf aufmerksam gemacht worden sei, dass alle vier Felgen ersetzt werden müssten. Auch die Bremsscheiben vorne seien nahe am Verschleisslimit. Doch die Garage Schiess hat das nicht geflickt.»

Schiess hat also von den Mängeln gewusst und darum beim Ankauf den Preis gedrückt. Statt die Schäden zu flicken, verkauft Schiess das Auto mit einem Aufschlag von 7000 Franken weiter. Das Autohaus schreibt: «Der Mechaniker, welcher das Fahrzeug geprüft hatte, arbeitet nicht mehr bei uns. Der Fall weist zugegebenermassen einige Ungereimtheiten auf, die im Nachhinein nicht mehr schlüssig zu erklären sind.»

Kosten zurückbezahlt

Ungereimtheiten gab es schon früher: Vor sechs Jahren recherchierte «Kassensturz» mit versteckter Kamera über die Occasionsbranche. Der Schiess-Verkäufer verschwieg diverse Mängel. Der Verkaufspreis eines «Alfa» war zu hoch.

Auch Johannes Brunnhofer zahlte zu viel für seinen Audi. Während der «Kassensturz»-Recherchen kommt Bewegung in die Sache. Das Autohaus Schiess bezahlt Johannes Brunnhofer 8000 Franken Reparaturkosten zurück. Für ihn ist der Fall abgeschlossen.

6 Kommentare

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    • , Baden AG

      Montag, 17.11.2014, 19:09

      Als ich einen sehr gut erhaltenen 3Jahre alten Audi A3 Quattro TDI verkaufen wollte, wurde Fahrzeug auf die Hebebühne gestellt, die untere Motorverkleidung abgeschraubt, und irgendeine Undichtigkeit herbeigefunden. Also ich daraufhin intervenierte, dass es keinerlei Undichtigkeit sei. Das Fahrzeug war aber clean, nur, ich wartete dann ca 1h bis ein Mech mir wieder mein Fahrzeug zusammenschraubte!

    • , Birmensdorf

      Donnerstag, 03.04.2014, 21:40

      Mich nimmt es mal Wunder, wieviel Privatpersonen, die ihr altes Auto beim Kauf einen neuen Autos eintauschen bzw. einer Garage verkaufen, wirklich zufrieden sind mit dem Preis, den die Garage (Autohändler) bezahlt? Bin gespannt auf Eure persönlichen Erfahrungen diesbezüglich.....wart ihr zufrieden mit dem letzten Autoverkauf/eintausch an eine Garage?

    • , St. Gallen

      Mittwoch, 03.04.2013, 10:03

      Am 02.04.13 persönlich bei Auto Schiess erschienen, ich wollte eine gütliche Einigung. Mein Vorschlag: Umtausch Peugeot 207 gegen einen Neuwagen. Dies wurde abgelehnt! Verkaufsleiter teilt mir mit: Sie dürfen den Peugeot hier lassen aber sie dürfen bei uns kein Auto mehr kaufen! Sucht sich jetzt schon Auto Schiess seine Kunden aus " Dir verkaufe ich ein Auto und dir nicht?" Werde ich jetzt als Kunde bestraft weil ich das Auto vom TCS überprüfen lassen habe und Mängel festgestellt wurden?