Lästige Werbung: Wer sich beschwert, bezahlt

Aggressive Werbung per Telefon oder E-Mail ist ein grosses Ärgernis. Wer sich jedoch bei der zuständigen Lauterkeitskommission beschweren will, muss dafür 50 Franken zahlen. Sie kassiert die einst «auf ein Jahr befristete Gebühr» auch weiterhin.

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Bildlegende: Keystone

Die 50-Franken-Gebühr war lediglich als Versuch angekündigt, befristet bis Ende 2012. Nun verlangt die Lauterkeitskommission weiterhin 50 Franken für Beschwerden gegen aggressive Werbung per Telefon, Brief oder E-Mail.

Genau mit solchen Beschwerden wurde die Selbstkontrollstelle der Werbebranche im Jahr 2011 nämlich «überhäuft», wie es damals hiess. Die Gebühr sollte abschreckend wirken und so die Zahl der Beschwerden senken. Das Versuchsjahr habe nun gezeigt, dass das funktioniert.

«Die Zahl dieser Beschwerden reduzierte sich um zwei Drittel», sagt Thomas Meier, Sprecher der Lauterkeitskommission. Damit sei das Hauptziel erreicht: «Wir haben jetzt viel mehr Raum, um uns den komplexen Fällen zu widmen.»

Die Lauterkeitskommission wolle sich auf den Inhalt von Werbung konzentrieren. Zum Beispiel auf die Frage, ob eine Kampagne sexistisch oder rassistisch sei. In solchen Fällen können Konsumentinnen und Konsumenten sich weiterhin kostenlos bei der Lauterkeitskommission beschweren.

Offiziell entscheidet die Lauterkeitskommission erst im März über die definitive Einführung der 50-Franken-Gebühr. Laut ihrem Sprecher ist jedoch davon auszugehen, dass man die Gebühr für individuelle Beschwerden beibehält.

Gratis-Beschwerde beim Seco oder SKS

Wer die 50-Franken-Gebühr umgehen will, kann sich ans Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) oder an Konsumentenorganisationen wenden. Diese nehmen Beschwerden im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb gratis entgegen.

So entschied die Lauterkeitskommission

Wie die Lauterkeitskommission in den letzten Jahren zu Beschwerden über Gewalt, Diskriminierung,oder sonstige unlautere Werbung entschieden hat, sehen Sie in dieser Bildergalerie:

9 Kommentare

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    • , Uster

      Montag, 28.01.2013, 06:48

      Warum so umständlich? Als ich damals noch einzelne Werbeanrufe bekam, reagierte ich stets umgehend mit allerübelsten Beschimpfungen und trainierte mich in cholerischen Anfällen. Es scheint offensichtlich, dass sich dies herumgsprochen hätte bzw. ein entsprechendes Vermerk-Dossier existiert, denn ich bin seit Jahren von solchen Belästigungen verschont. Ganz umsonst, und teilweise war es noch ganz amüsant, diese Ratten als solche zu behandeln.

    • , Tupfing

      Samstag, 19.01.2013, 06:46

      das ist in D kostenlos, der Eintrag in die Robinson-Liste.

      • , Schweiz

        Freitag, 25.01.2013, 16:50

        Einträge beim Verband für Direktmarketing (Stop adr. Werbung) und bei Lokal.ch für das Werbeanruf-Verbot (* bei der Tel-Nr) sind auch gratis. Am besten sich aus den diversen Verzeichnissen (Tel, Autoindex) entfernen lassen. Dann hat man Ruhe. Bei uns sind die Werbe-Anrufe und adressierte Werbung praktisch bei Null. Einzelne komische Anrufe (Woher die die Tel-Nr kennen; keine Ahnung ???) unterdrücke wir via den Internet-Router FritzBox (habe unser Telefon über diesen geschlauft).

    • , Murten

      Freitag, 18.01.2013, 12:04

      Das ist wohl die Konsequenz davor, dass die Büros von allen Beschwerden überfordert sind. Typisch, einmal mehr: die Opfer müssen noch mehr zahlen. Wie wärs mit dem Verursacherprinzip, dass der Belästiger ein Bussgeld und auch die Spesen bezahlen würde? DAS wäre fair. Mein Tipp: falls Sie ihren Telefonanschluss nicht (oder nur für ADSL) brauchen, leiten Sie diesen um. Zu Beispiel zur Lauterkeitskomission. Sollen die sich mit den lästigen und penetranten Stalkern vergnügen!