Star aus «Ed Wood» Der Star, der nicht immer einer war: Martin Landau ist tot

Martin Landau war ein Star, dem es Hollywood nicht immer leicht machte. Der Schauspieler aus «Ed Wood» ist 89-jährig gestorben.

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Bildlegende: Martin Landau ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Getty Images

Hochgewachsen, gut aussehend und ein Schauspieler, der in Lee Strasbergs berühmtem Actors Studio in New York sein Handwerk gelernt hat: Martin Landau war ein vielseitiger Charakterdarsteller, der es trotzdem in Hollywood nicht immer leicht hatte.

Er starb am Samstag «nach unerwarteten Komplikationen» während eines kurzen Krankenhausaufenthaltes in Los Angeles, wie seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Vom Broadway gleich zu Hitchcock

Nach Theaterauftritten am New Yorker Broadway landete er 1959 in Hollywood gleich vor der Kamera Alfred Hitchcocks.

An der Seite von Cary Grant und James Mason spielte er im Thriller «North by Northwest» («Der unsichtbare Dritte») mit. Es folgte eine kleine Rolle als römischer Soldat in dem Monumentalfilm «Cleopatra».

Martin Landau und seine Frau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Geheimagent und seine Gattin: Martin Landau und Barbara Bain. Getty Images

Karriere vor der Kamera

Dann wechselte er vor die Fernsehkamera. Als der Geheimagent Rollin Hand in der Serie «Kobra, übernehmen Sie» (Original-Titel «Mission: Impossible») wurde Landau zum TV-Star. Eine Rolle, die ihn lange festlegte.

An der Seite seiner damaligen Ehefrau Barbara Bain mimte er drei Jahre lang den oft maskierten Agenten.

In den 1970er-Jahren war das Paar dann in der britischen Science-Fiction-Serie «Mondbasis Alpha 1» zu sehen. Die Ehe ging 1993 nach mehr als 35 gemeinsamen Jahren auseinander.

Comeback nach Flaute

Gute Filmrollen blieben lange aus. Darüber klagte der Schauspieler 1994 in einem Interview. «Ich spielte lausige Rollen in nichtssagenden Filmen, sinnlose Charaktere», zitierte die «New York Times» aus dem Gespräch.

Das Comeback glückte ihm 1989 mit «Tucker», einer Filmbiografie von Francis Ford Coppola. Landau holte den Golden Globe als bester Nebendarsteller und eine Oscar-Nominierung.

Woody Allen mit Martin Landau Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Landau als lausiger Arzt: Szene aus «Verbrechen und andere Kleinigkeiten» Imago/EntertainmentPictures

Oft nominiert, einmal prämiert

Dann wurde Woody Allen auf ihm aufmerksam. In «Verbrechen und andere Kleinigkeiten» spielte Landau einen Arzt, der seine lästig gewordene Geliebte (Anjelica Huston) umbringen lässt und darauf auch noch stolz ist. Wieder wurde er für den Oscar nominiert.

1995 dann: der Oscar für seine Rolle als der abgehalfterter Dracula-Darsteller Bela Lugosi in Tim Burtons «Ed Wood». Sein erster – und einziger – Oscar als bester Nebendarsteller.

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Bildlegende: Bracht ihm den Oscar als bester Nebendarsteller ein: Martin Landau als Bela Lugosi in «Ed Wood» Imago/United Archives

Er spielte bis ins hohe Alter

Danach stand Landau bis ins hohe Alter regelmässig vor der Kamera. Oft in guten Nebenrollen – etwa als Richter in dem Politthriller «City Hall» oder als mysteriöser Dr. Kurtzweil in «Akte X – Der Film».

Im beklemmenden Thriller «Remember» übernahm er vor zwei Jahren noch die schwierige Rolle eines im Rollstuhl sitzenden Auschwitz-Überlebenden.

Im Film des Kanadiers Atom Egoyan schickt er einen alten Freund (Christopher Plummer) auf eine Reise durch die USA, um den Auschwitz-Aufseher zu suchen, der einst für den Tod der Familien beider Männer verantwortlich war.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 17.07.2017, 07:04 Uhr.