Filmschatz der 70er «The Godfather»: Der König der Gangsterfilme

Streifzug durch die wilden 70er in Hollywood – aufregende Filmschätze aus einem aufregenden Jahrzehnt: Mafiosi, Familiendrama, Intrigen – «The Godfather».

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Filmschatz: «The Godfather»

3:43 min, vom 8.3.2017

Das Wichtigste in Kürze:

  • 45 Jahre sind vergangen, seit «The Godfather» erstmals in die Kinos kam.
  • Der Film brachte Marlon Brando wieder ins Geschäft und machte Regisseur Francis Ford Coppola und Schauspieler Al Pacino berühmt.
  • Die Dreharbeiten zum Film waren von Streitigkeiten und Problemen geprägt.
  • Damals wie heute gilt «The Godfather» als einer der besten Filme überhaupt.

1945. Es ist dunkel im Raum. An einem schweren Holztisch sitzt ein Herr im Jackett, einer roten Rose im Knopfloch und einer verspielten Katze auf dem Schoss. Der Mann ist Vito Corleone, einer der einflussreichsten Mafiabosse in New York. Es ist die Hochzeit seiner Tochter, doch er sitzt in seinem Arbeitszimmer und empfängt Bittsteller. Denn wie er selber anmerkt: «Ein Sizilianer darf am Hochzeitstag seiner Tochter keinem eine Bitte abschlagen.»

Im Garten ist die Feier in vollem Gange. Es ist ein grosses italienisches Familienfest. Zahlreiche Familienmitglieder, Freunde und Untergebene sind zusammengekommen. So auch der jüngste Sohn Michael, der ein respektables Leben fern ab vom «Familiengeschäft» führt. An seinem Arm: seine amerikanische Freundin, die noch nichts über den Corleone-Clan weiss.

Dies ist der bekannte Auftakt der dreistündigen Chronik über die Corleone Familie von 1972. Im Zentrum des Geschehens: der verlorene Sohn, der vom Aussenseiter zum skrupellosen Mafiaboss aufsteigt.

Menschen an der Arbeit am Set. Unter ihnen Marlon Brando und Francis Ford Coppola. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mitten im Geschehen: Marlon Brando und Francis Ford Coppola am Set zu «The Godfather». Getty Images

Der Krieg hinter den Kulissen

Die Geschichte zur Entstehung des Films liest sich wie ein Thriller. Denn von Beginn weg, war der Weg steinig und schwer. Es fing mit dem Anwerben eines Regisseurs an. Francis Ford Coppola war nicht Paramount Pictures erste Wahl.

Während der Entstehung des Filmes wurde Coppola mehrfach fast wieder gefeuert, da der junge Regisseur und die Filmproduktionsgesellschaft sich nur auf weniges einigen konnten. So bestand Coppola zum Beispiel darauf Marlon Brando die Titelrolle zu geben. Der hatte anfangs 1970er Jahren jedoch gerade einige Flops and den Kinokassen hinter sich und war als Diva verschrien, mit der niemand arbeiten wollte.

Auch an seiner Wahl für die Rolle des Michael Corleone hielt Coppola eisern fest. Neuling Al Pacino wurde unter Vertrag genommen, obwohl die Studiobosse lieber jemand namhafteren in der Rolle gesehen hätten.

Verhandlungen mit der New Yorker Unterwelt

Als wäre das Tauziehen zwischen Studiobossen, Produzenten und Regisseur nicht genug, musste das Unterfangen auch noch gegen die echte New Yorker Mafia ankämpfen. Diese legte der Produktion in der Anfangsphase allerhand Steine in den Weg, da sie keinen Film über die amerikanische Mafia wollte.

Vito Corleone sitzt an einem Esstisch und gestikuliert. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Als Familienoberhaupt ist es Don Corleones Pflicht seine Familie zu beschützen. Getty Images

Hinter der Fassade des Bürgerrechtsverbands «The Italian-American Civil Rights League» versuchten sie die Entstehung des Filmes zu stoppen. Ihr Argument: Der Film würde zur Stereotypisierung der Italo-Amerikaner beitragen. Die Hollywood-Bosse waren schlussendlich gezwungen einige Kompromisse einzugehen. So kommen zum Beispiel die Wörter «Mafia» und «Cosa Nostra» im Film kein einziges Mal vor.

Die Erfolgsgeschichte

Was damals noch keiner ahnte: Der Film wurde ein riesiger Erfolg. Filmkritiker wie Kinogänger waren begeistert. Es war eine der ersten Gangstergeschichten, in dem nicht nur das kriminelle Dasein der Ganoven im Mittelpunkt stand, sondern auch deren Familienleben und Ehrenkodex.

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Die wilden 70er in Hollywood

Sechs aufregende Filmschätze aus einem aufregenden Jahrzehnt:

Das Publikum konnte sich mit den Themen des Filmes identifizieren: Dem Streben nach Erfolg, der Erfüllung des amerikanischen Traumes, der Suche von Immigranten nach ihrem Platz in der Gesellschaft. Zum Mythos von «The Godfather» gehört auch, dass der Film im Endeffekt sogar den amerikanischen Gangstern gefallen haben soll und sie danach anfingen das Verhalten der Film-Mafiosi zu kopieren.

Der Film wurde für elf Oscars nominiert, von denen er drei gewann - unter anderem auch das goldene Männchen für den Besten Film. Diesen Preis durfte zwei Jahre später dann auch die erste von zwei Fortsetzungen mit nach Hause nehmen.

«The Godfather» heute

45 Jahre sind seit der Premiere vergangen. Von Fachleuten und Fans wird der Film auf ein Podest gehoben. Jüngere Generationen hingegen empfinden den Film oft als zu lang und zu langsam.

Trotzdem: «The Godfather» taucht auf fast jeder Bestenliste auf. Die Zitate sind längst in die Popkultur übergegangen und Marlon Brando als der Pate ist unvergesslich. So ist «The Godfather» ein Klassiker, der auch in einem weiteren halben Jahrhundert ein Muss für jeden Filmjunkie sein wird.