Das waren die Musik-Höhepunkte 2014

Auch musikalisch hatte 2014 einiges zu bieten. Unsere Musikredaktion hat ein paar musikalische Highlights ausgewählt: vom Altmeister, der Musik spielt, die wie weisses Licht ist, bis zum Videoclip auf Youtube, der Schwindel erregt – und süchtig macht.

Brian Blade am Schlagzeug. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Er und seine Band sind eine Wucht: Brian Blade. Marcel Meier

    • Drei Frauen auf eine Strasse mit Rollschuhen. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Chet Faker: Videoclip. Youtube / Screenshot

      Chet Fakers «Gold»: Ein Gesamtkunstwerk

      MTV ist tot, es lebe YouTube! 2014 ist für mich das Jahr des Musikvideos. Gesamtkunstwerke wie Chet Fakers «Gold» sind das beste Beispiel für die Konjunktur: Der Song des bärtigen Australiers mit der gefühlvollen Soulstimme hat genauso viel Schwung wie die luftige Rollschuhchoreographie auf der nächtlichen Landstrasse (alles in einem Shot gedreht!). Aber Achtung: nach 20 Mal Rewind wird einem schwindelig. (Theresa Beyer)

      Video-Clip «Gold»

    • Heinz Holliger mit Felix Renggli auf der Bühne in Luzern. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: C-Dur heisskalt Heinz Holliger in Luzern. Georg Anderhub / Lucerne Festival

      C-Dur heisskalt

      Ein Samstagmorgen im August. Sommerwärme. Drinnnen im Luzerner KKL: kühle Konzertsaal-Atmosphäre. Und eisig kalt die Winter-Variationen in Heinz Holligers Scardanelli-Zyklus am Lucerne Festival. Musik, die auf verschlungenen Pfaden dem verschlungenen Denken des Dichters Hölderlin nachgeht. Und da, einem Erkenntnisblitz gleich, schlägt der Klang plötzlich in reines C-Dur um. Das Ensemble spielt und singt in klaren Obertönen. Musik war das, wie weisses Licht: kalt und heiss zugleich. (Benjamin Herzog)

      Heinz Holliger – 75 und Extremist

    • Brian Blade am Schlagzeug. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Brian Blade und seine Fellowship Band: Ein Musikhighlight der Extra-Klasse. Marcel Meier

      Brian Blade Fellowship Band am Jazz Festival Willisau

      Er ist ein Star, der Schlagzeuger Brian Blade, und es gab einige Vorschuss-Lorbeeren vor diesem Konzert. Misstrauisch stimmte mich ausserdem das klar christliche Verständnis, das der Pfarrers-Sohn Blade von «Fellowship» hat. Und dann das: Schon nach wenigen Takten war ich wehrlos, wurde von der Musik angezogen wie die Motte vom Mond. Sich dieser Musikalität und diesem Band-Klang zu entziehen, war einfach schlicht unmöglich. Und für eineinhalb Stunden war ich ein besserer Mensch. Hallelujah! (Jodok Hess)

      Einer für alle, alle für einen – Brian Blades «Fellowship-Band»

    • Die Band King Pepe und Le Rex posieren in einem Studio. Der Sänger sitzt auf einem Stuhl. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: King Pepe und Le Rex. Decoy Collective

      King Pepe & Le Rex: «Chönnti bitte mitcho, we du mi verlahsch?»

      Dass die Vinyl-Platte ein Revival feiert, ist mittlerweile ja schon ein alter Hut. Erlebt jetzt das Kassettli ein Revival? Das habe ich mich gefragt, als der Berner Liedermacher King Pepe im November sein neues Album getauft hat. Denn auf dem Promotion-Tisch lag nämlich neben CD und Vinyl-Platte auch Kassettli. Item – King Pepe bleibt sich jedenfalls auf seinem neuen Album «70%» Wasser treu: Singen kann er immer noch nicht besonders gut und seine Texte hauen mich noch immer vom Hocker: «Doof isch ändlos, Schönheit ender nid» oder «Someone falls in love and someone from a tree» singt er mit wackeliger Stimme. Mein Satz des Jahres aber ist dieser: «Chönnti bitte mitcho, we du mi verlahsch». Selten habe ich einen traurigeren Satz gehört. (Mariel Kreis)

      King Pepe & Le Rex mit «70 % Wasser»

    • Mei Yi Foo steht vor einem Baum. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Mei Yi Foo. Athole Still

      Bärenstarke Pianistin

      Was für eine Frau, diese Mei Yi Foo! Mei wie wer, fragen Sie jetzt, und ich antworte, selber schuld, kennen lernen, denn diese junge malaysische Pianistin ist zum Hinknien gut. Mit 15 Jahren wandert sie mutterseelenallein zum Studieren nach London aus, 20 Jahre später begeistert sie die volle Lukaskirche mit ihrem Debütkonzert am Lucerne Festival diesen Sommer. Zart gebaut ist sie, kleine Hände hat sie, egal. Mei Yi Foo lässt die Muskeln spielen und legt ein Programm mit schwierigster moderner Musik hin, das glitzert, das dampft, das sprüht und unterhält so gut, dass ich glatt das Mittagessen vergesse und wieder an die Zukunft der klassischen Musik zu glauben anfange.

      Je schwieriger desto lieber – die Pianistin Mei Yi Foo

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Welches Musikereignis war für Sie 2014 der Höhepunkt? Schreiben Sie im Kommentarfeld, an welches Ereignis Sie sich noch lange erinnern werden.