«Die Tat» – ein Stück Schweizer Geschichte ist nun online

Die Schweizerische Nationalbibliothek hat die Zeitung «Die Tat» komplett digitalisiert und online geschaltet. Die Zeitung wurde vom Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler ins Leben gerufen, besonders der Kulturteil hatte internationales Ansehen. Unter anderem entdeckte «Die Tat» Paul Celan.

Foto der allerersten Titelseite von «Die Tat». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zu den festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der «Tat» gehörten Autoren wie Walter Muschg und Elisabeth Brock-Sulzer. SRF

Worum geht's?

Um alte Zeitungs- und Zeitschriftenbestände besser für die Forschung zugänglich zu machen, digitalisiert die Schweizerische Nationalbibliothek zusammen mit Partnern laufend Titel aus ihren Beständen. Ihr neustes Projekt ist jetzt abgeschlossen und für alle online einsehbar: die Schweizer Tageszeitung «Die Tat».

Sie wurde 1935 von Gottlieb Duttweiler gegründet und wurde bis zu ihrer Einstellung 1978 von der Migros herausgegeben. Vor allem durch das Feuilleton und die Beilage «Literarische Tat» erreichte die Zeitung internationales Ansehen.

Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler war auch Zeitungsverleger (undatierte Aufnahme). Keystone

Nach wachsenden Verlusten wurde sie 1977 schliesslich eingestellt. Die darauf folgende, von Roger Schawinski geleitete Boulevardzeitung trug den gleichen Titel und erschien nur noch bis 1978.

Warum ist's interessant?

Zwei Gründe sprachen dafür, «Die Tat» zu digitalisieren: Sie war eine wichtige liberale Pressestimme in der Schweiz und hatte ein bedeutungsvolles Feuilleton, das im gesamten, deutschsprachigen Raum bekannt war.

So hatte in «Der Tat» auch einer der wichtigsten Lyriker der deutschen Moderne seinen ersten literarischen Auftritt: Paul Celan («Todesfuge»). «Ein Band Gedichte von Paul Celan liegt im Manuskript vor. Er ist wie ein Geschenk an unsere Literatur. Es wäre schön (...), wenn einer unserer Verlage sich dafür interessieren würde», stand am 7. Februar 1948 in der Zeitung – dieses Vorwort und Celans ersten Gedichte kann man nun online nachlesen kann.

Die Navigation und Stichwortsuche sind übersichtlich und einfach gehalten, die Qualität der Scans mittel bis sehr gut. Bloss: Als normaler User ist man angesichts dieser enomen Datenmenge überfordert. Zielgruppe sind hier ganz klar die Wissenschaflter. Die Plattform schweizerpressearchive.ch umfasst neben der Tat derzeit 31 weitere Titel, die von der Nationalbibltiothek digitalisiert wurden.

Die gesamte, digitale Ausgabe von «Die Tat» auf schweizerpressearchive.com