Software für Schulen Google erobert das Klassenzimmer

Unser Netzthema des Tages: In den USA erobert Google das Klassenzimmer. Innert kürzester Zeit ist das Unternehmen zur dominanten Kraft auf dem Bildungsmarkt geworden.

Zwei Mädchen schauen auf einen Laptop. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mit Produkten wie dem «Chromebook» ist Google ist zu einem der wichtigsten Ausrüster von Schulen in den USA geworden. Getty Images

Worum geht's?

Google will das Klassenzimmer papierlos machen: Das Unternehmen bietet mit Google Classroom eine Software an, mit der Schüler und Lehrer die Ufzgi komplett digital erledigen können. Ausserdem liefert Google mit dem «Chromebook» einen günstigen Laptop für Schulen.

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Google Classroom

Mit «Google Classroom» können Lehrer Hausaufgaben digital verteilen und kontrollieren. Der Medienpädagoge Klaus Rummler erklärt den Nutzen und die Gefahren dieser Software.

In den USA hat Google damit grossen Erfolg: Innerhalb von vier Jahren hat sich Google zum dominanten Arbeitsinstrument entwickelt, schreibt die New York Times. Über die Hälfte der Primar- und Sekundarschüler würden in der Schule Software von Google verwenden. Das sind 30 Millionen Kinder.

Warum ist's interessant?

Mit Gratis-Software und günstiger Hardware hat Google seine Konkurrenten Microsoft und Apple auf dem Bildungsmarkt ausgestochen.

Kritiker fürchten, dass Google so Schüler zu Kunden erziehen will. Schüler sollen am Ende der Schulzeit ihr Schul-Konto zu einem normalen Google-Konto umwandeln.

Unklar ist, was Google mit den Nutzerdaten aus Schulen macht. Das Unternehmen sagt zwar, dass die Daten aus den Schulprogrammen nicht für Werbung genutzt würden. Aber was genau mit den Daten passiert, wird nicht offengelegt.

Auch an Schweizer Schulen werden Google-Produkte eingesetzt. Wie oft, ist nicht bekannt. «Das wird nicht systematisch erhoben», sagt Karl Wimmer von der Schweizer Fachagentur für ICT und Bildung. Diese verhandelt im Auftrag des Bundes und der Kantone mit Softwarefirmen. Mit Microsoft wurden beispielsweise Rahmenverträge für den Einsatz von Microsoft-Programmen an Schweizer Schulen ausgehandelt. «Mit Google wurden bisher keine vergleichbaren Gespräche geführt», sagt Wimmer.

Welche Software eine Schule verwendet, wird von Fall zu Fall anders bestimmt. Manchmal entscheidet der Kanton, manchmal die Schulgemeinde und manchmal auch der Lehrer selbst. Wie stark Google in Schweizer Klassenzimmern präsent ist, lässt sich deshalb nicht genau sagen. Das Unternehmen dürfte in hiesigen Klassenzimmern aber eine deutlich geringere Rolle spielen als in den USA.