SRF-Restaurierungsprojekt «Die letzte Chance» in den Cannes Classics

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Der Schweizer Filmklassiker «Die letzte Chance» von Leopold Lindtberg ist an den kommenden Filmfestspielen von Cannes erstmals in einer digital restaurierten Fassung zu sehen. SRF war massgeblich an der Restaurierung der 1945 von der Praesens-Film AG in Zürich realisierten Produktion beteiligt. Das Filmfestival von Cannes 2016 findet vom 11. bis 22. Mai statt.


1946 wurde das Schweizer Flüchtlingsdrama «Die letzte Chance» von Leopold Lindtberg anlässlich der ersten Ausgabe der Filmfestspiele von Cannes sowohl mit dem Hauptpreis, dem Grand Prix, als auch mit dem Internationalen Friedenspreis ausgezeichnet. Genau 70 Jahre später wird die aufwendig restaurierte Fassung nun im Rahmen der Sektion Cannes Classics als Premiere gezeigt. Die Restaurierung entstand in enger Zusammenarbeit von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und der Cinémathèque suisse, mit Unterstützung von Memoriav. Es ist das erste Mal, dass ein Schweizer Film in diese den restaurierten Filmklassikern vorbehaltene Sektion des Cannes Filmfestivals aufgenommen wurde.

 

Heinz Schweizer, bei SRF für die Restaurierung des Films verantwortlich: «SRF engagiert sich seit vielen Jahren für die Rettung und Erhaltung von Schweizer Filmklassikern als Teil des nationalen Kulturerbes. Gemeinsam mit unseren Partnern, der Cinémathèque suisse und Memoriav, konnten wir jetzt eine weitere historisch wertvolle Produktion digitalisieren und restaurieren. Dass ‚Die letzte Chance‘ 70 Jahre nach dem Gewinn des Grand Prix erneut in Cannes gezeigt wird, ist für alle Beteiligten eine grosse Ehre.»

 

«Die letzte Chance» ist eines der bedeutendsten Werke der Schweizer Filmgeschichte. Die Handlung spielt im Jahre 1943 in Norditalien. Zwei entkommene Kriegsgefangenen, ein englischer Leutnant und ein US-Sergeant, bringen eine Gruppe jüdischer Flüchtlinge auf einer gefährlichen Route über die Schweizer Grenze. Der 1944 gedrehte Film behandelt die damals wie heute hochaktuellen Themen Flüchtlinge und Asylpolitik. Der Film erlebte nach der Welturaufführung im Mai 1945 einen internationalen Triumphzug. In kürzester Zeit lief er auch in New York City, Paris und London. 1947 erhielt «Die letzte Chance» in Los Angeles einen Golden Globe Award als Film, der am besten für internationale Verständigung wirbt.

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