«10vor10»: Neues Kraftwerk geplant – Nur noch ein Mini-Rheinfall bei Nacht

Untertitel
10vor10
Ausstrahlungsdatum
Dienstag, 9. April 2013, 21.50 Uhr, SRF 1
Text

Die Rheinkraftwerke Neuhausen AG planen am Rheinfall ein neues Kraftwerk. Um den touristischen Wert von Europas grösstem Wasserfall zu erhalten, will Verwaltungsratspräsident Martin Steiger vor allem bei Nacht Strom gewinnen, wie er in «10vor10» sagt. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission gibt grünes Licht, um einen Fünftel des Wassers des Rheinfalls anzuzapfen. Aqua Viva-Rheinaubund ist empört über die Ausbaupläne.


Veröffentlichung mit Hinweis auf die Sendung «10vor10»

 

An Europas grösstem Wasserfall ist ein neues Wasserkraftwerk geplant: «Der Rheinfall ist ein einmalig attraktiver Standort für ein Wasserkraftwerk», so Martin Steiger, Verwaltungsratspräsident der Rheinkraftwerke Neuhausen AG gegenüber «10vor10». Er wolle den Rheinfall aber auf «keinen Fall trockenlegen», so Steiger. Die entnommene Wassermenge dürfe den touristischen Wert nicht zu stark schmälern. «Wir können uns auch vorstellen, bei Nacht mehr Strom zu produzieren», so Steiger gegenüber «10vor10». Dies könnte aber einen Mini-Rheinfall bei Nacht zur Folge haben, wie er einräumt. «Bei Nacht  gibt es aber auch kaum Touristen am Rheinfall.»

 

Aqua Viva – Rheinaubund ist empört über die Ausbaupläne

Stefan Kunz von der Gewässerschutzorganisation Aqua Viva-Rheinaubund ist empört über die Pläne: «Für uns ist der Rheinfall absolut unantastbar, es handelt sich um ein einmaliges Naturdenkmal», so Kunz. «Wir müssen uns wirklich fragen, ob wir den Rheinfall für die Stromproduktion opfern wollen.» Den  grössten Wasserfall Europas anzuzapfen sei ein «absoluter Tabubruch», so der Gewässerschützer.

 

Ein Fünftel weniger Wasser an Europas grösstem Wasserfall

Eine wichtige Hürde hat das Projekt aber bereits genommen. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) gibt  grünes Licht für eine gewisse Mehrnutzung des Rheinfalls. Sie schreibt zum Projekt: «Die Kommission geht davon aus, dass eine vertretbare gesamthafte Entnahmemenge von 20 Prozent des Mittelwasserabflusses nicht übersteigen sollte, damit der Erlebniswert nicht geschmälert wird», so die Stellungnahme zu den Ausbauplänen am Rheinfall.

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