Wolfram Höll gewinnt Mülheimer Dramatikerpreis 2016

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Die Jury der Mülheimer Theatertage hat den Mülheimer Dramatikerpreis 2016 an Wolfram Höll verliehen. Der SRF Hörspiel- und Satireredaktor erhielt die Auszeichnung für sein Theaterstück «Drei sind wir». Der Mülheimer Dramatikerpreis wird jedes Jahr von einer fünfköpfigen Jury nach öffentlicher Debatte vergeben.


An den 41. Mülheimer Theatertagen ging Wolfram Höll als Gewinner des Mülheimer Dramatikerpreises 2016 hervor. Am Ende der zweieinhalb Stunden dauernden Debatte votierten drei der fünf Juroren für den SRF-Kulturredaktor und sein Theaterstück «Drei sind wir» in der Inszenierung des Schauspiels Leipzig. Die Preisverleihung findet als feierliche Matinee am Sonntag, dem 12. Juni 2016, statt.

 

Wolfram Höll zeigt in «Drei sind wir» ein Elternpaar, dessen Kind mit einer seltenen Form der Trisomie und einer sehr geringen Lebenserwartung geboren wird. Das Stück beobachtet die junge Familie während eines in Kanada verbrachten Jahres. Anhand des Ringens der Figuren um Worte und mittels einer dichten, lyrischen Sprache wird spürbar, dass das Aufrechterhalten von Alltag und Normalität für das Paar zu einem existenziellen Kraftakt wird.

 

Die Jury zeigte sich stark beeindruckt von Hölls knapper, literarischer Sprache, die Theatermachern grosse Spielräume eröffnet und sie dazu herausfordert, eigene künstlerische Kategorien zu erschaffen. Weit über die Geschichte des sterbenden Kindes hinausweisend, erzählt «Drei sind wir» berührend und zeitlos von Hilflosigkeit und Verlustangst.

 

Seit 1976 wird Mülheim an der Ruhr jedes Jahr im Mai/Juni zum Zentrum der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik. Im Rahmen der Mülheimer Theatertage «Stücke» werden jährlich sieben bis acht Stücke in der jeweils wirksamsten Aufführung gezeigt. Am Ende der Theatertage vergibt eine Jury aus fünf Kritikern und Theaterschaffenden den Mülheimer Dramatikerpreis an den besten Autor oder die beste Autorin.

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