TV-Versuchsdemonstrationen

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Anlässlich der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich vom 6. Mai bis 29. Oktober 1939 sind die ersten flimmernden Bilder in der Schweiz zu sehen.


Im Zentrum der «Landi» bildet das Demonstrationsstudio des Radios einen besonderen An-ziehungspunkt für das Publikum. Das ETH-Institut für Hochfrequenztechnik führt eine selber entwickelte Fernsehapparatur mit der damaligen englischen 405-Zeilennorm vor. Leiter der Entwicklung ist ETH-Professor Franz Tank, der spätere Präsident der Radiogenossenschaft Zürich. Aus dem benachbarten Radiostudio werden Mitglieder des Radiokabaretts engagiert, die Gedichte aufsagten oder Chansons singen – die ersten Fernsehauftritte von Max Bachmann, Ettore Cella, Walburga Gmür und Max Haufler (Regie: Radiomann Arthur Wälti). Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird die weitere Entwicklung vorerst gestoppt. Ähnliche Vorführungen der Fernsehtechnik gibt es 1947 am Comptoir in Lausanne und 1948 an der Schweizerischen Radioausstellung in Zürich.

 

Die Erfindung des Fernsehens ist nicht so genau zu definieren, da die Braunsche Röhre bereits 1897 erfunden wurde, aber erst seit 1926 für Bildübertragungen genutzt wird. In Amerika beginnt die eigentliche Entwicklung schon in den 30er-Jahren, 1936 werden auch in Berlin anlässlich der Olympischen Spiele erste Fernsehbilder übertragen. Während das Radio in seiner ersten Entwicklungsphase in der Schweiz vor allem von lokalen Pionieren geprägt wurde, sind die Wegbereiter des Fernsehens nationale Gremien: die SRG, die PTT und der Bundesrat. Bereits 1935 kommt das neue Medium an Vorstandssitzungen der SRG zur Sprache. Ein Vertreter der Generaldirektion PTT teilt hier unter anderem mit, das Problem sei technisch gelöst und man verfolge Versuchssendungen in Berlin und London aufmerksam. Die Einführung des Fernsehens komme für die Schweiz aber noch auf Jahre hinaus nicht in Frage. Es brauche sehr breite Frequenzbänder und wegen der hiesigen Topographie eine Vielzahl von Sendern. 1938 lässt die SRG-Generaldirektion verlauten, dass sie das künftige Fernsehen zentral organisieren wolle. Wegen der angespannten internationalen Lage setzt der Bundesrat am 29. August 1939 die bestehende Konzession der SRG jedoch bis auf weiteres ausser Kraft. An ihre Stelle tritt während des gesamten 2. Weltkriegs der Schweizerische Rundspruchdienst.

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