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Shein, Aliexpress und Temu Plüschtiere von chinesischen Websites teils gefährlich für Kinder

Kurz vor Weihnachten macht das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) den Test: Wie schneiden Plüschtiere für Kinder unter 3 Jahren ab? Gekauft wurde in Schweizer Geschäften sowie auf ausländischen Onlineplattformen. Bei Letzteren hatten die Spielzeuge teils lebensgefährliche Mängel.

«Es besteht eine reale Erstickungsgefahr und damit Lebensgefahr»: Die Einschätzung von Patrick Edder, dem Genfer Kantonschemiker, ist eindeutig. In seinem Labor wurden 20 Stofftiere für die RTS-Sendung «A Bon Entendeur» in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift «Bon à Savoir» getestet. Die Hälfte der Tiere stammte von ausländischen Websites, die andere Hälfte aus Ladengeschäften in der Schweiz.

Der Plüschtier-Test und die Reaktionen darauf (dt. Untertitel)

Diese Plüschtiere sollten grundsätzlich für Kinder unter drei Jahren geeignet sein, da auf ihren Etiketten keine Altersbeschränkung angegeben ist. Von den 20 getesteten Artikeln fielen jedoch sechs beim mechanischen Test durch. «Dieser Standardtest basiert auf den Fähigkeiten eines Kindes», erklärt Patrick Edder. «Wir simulieren seine Kraft, indem wir versuchen, feste Teile wie Augen oder Nase abzureissen. Anschliessend simulieren wir die Grösse einer Speiseröhre, um zu beurteilen, ob das Objekt verschluckt werden könnte.»

Auch die Festigkeit der Nähte wird geprüft, mit einer Kraft von 90 Newton. Um jegliche Erstickungsgefahr auszuschliessen, müssen die Nähte dieser Belastungsprobe standhalten. Kinder könnten ansonsten an die Füllung der Plüschtiere gelangen und sie verschlucken.

Keine Handhabe gegen Plattformen im Ausland

Fünf der sechs beanstandeten Plüschtiere wurden über die chinesischen Websites Shein, Temu und Aliexpress bestellt. Diese Produkte wurden als potenziell lebensgefährlich eingestuft, unterliegen aber nicht dem Schweizer Recht. «Gegen Verkaufswebseiten im Ausland haben wir keine Handhabe», so der Genfer Kantonschemiker. «Der Kauf dieser Produkte erfolgt tatsächlich auf eigenes Risiko.»

Die Verkaufsplattformen zeichnen ein ganz anderes Bild. Angesichts der Testergebnisse erklärten sie alle, Sicherheit habe für sie höchste Priorität und sie hätten die nicht konformen Artikel umgehend aus ihrem Sortiment entfernt. Shein-Sprecher Robin Kiely betonte zudem, dass «alle Lieferanten und Dienstleister» verpflichtet seien, «die geltenden Gesetze und Vorschriften der jeweiligen Märkte, einschliesslich der Schweiz, einzuhalten».

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Auf einem Markt in Lausanne wurde ebenfalls ein Plüschtier gekauft, das nicht den Vorschriften entspricht: eine Fälschung des Modells «Labubu» der Marke Pop Mart. Hände und Füsse liessen sich zu leicht abnehmen. «Auf dem Schweizer Markt stammen Produkte, die nicht den Vorschriften entsprechen, häufig von nicht spezialisierten Händlern», stellt Patrick Edder bei offiziellen Kontrollen fest. «Die Leute importieren Waren, ohne alle rechtlichen Anforderungen zu kennen oder ohne die Möglichkeit, sie prüfen zu lassen.»

Die zehn in Schweizer Geschäften gekauften Plüschtiere haben den Test jedoch erfolgreich bestanden. Sie wurden bei Otto’s, Lidl, King Jouet, Maxi Bazar, Coop City, Manor, Migros, Fnac und Franz Carl Weber erworben. Dasselbe gilt für die beiden Plüschtiere, die über die Plattform Wish gekauft wurden.

Alle Plüschtiere wurden ausserdem an das Testex-Labor in Zürich geschickt, um sie auf gesundheitsschädliche Flammschutzmittel zu prüfen. Diesbezüglich entsprachen alle Artikel den Anforderungen.

RTS; A bon entendeur; 25.11.2025; 20:05 Uhr;weds

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