Schwäne am Hallwilersee: Tierschützer wollen keine Eingriffe

So schlimm wie in diesem Jahr sei die Situation noch nie gewesen, heisst es von Seiten des Kantons Aargau. Die Schwäne verschmutzen die Liegeflächen in den Badis am Hallwilersee und auch die Felder der Bauern. Nun sucht der Aargau gemeinsam mit dem Kanton Luzern eine Lösung.

Schwan im Hallwilersee, daneben eine badende Frau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für die Badegäste am Hallwilersee werden die Schwäne und deren Kot unangenehm. Keystone

Von Jahr zu Jahr leben am Hallwilersee mehr Schwäne. Vor wenigen Jahren waren es noch etwa 50 Tiere. Heute sind es 70. Dies sorgt für einigen Ärger. Betreiber der Schwimmbäder und auch die Bauern regen sich über den Kot der Schwäne auf.

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Tierschützer wehren sich

Birdlife Aargau findet, die Schäden seien nicht genug gross um die Eier der Schwäne aus den Nestern zu entfernen. Viel mehr sollen Besucher die Schwäne im und um den See nicht füttern, schlagen die Tierschützer vor. Der Kanton soll Tafeln mit Fütterungsverboten aufstellen. Tafeln existieren zwar vom Verein Schwanenkolonie. Es seien aber zu wenige.

Die Kantone Aargau und Luzern überlegen sich nun, was sie tun können. Der Hallwilersee liegt auf beiden Kantonsgebieten, weshalb beide Kantone zusammen eine Lösung finden müssen.

Für Erwin Osterwalder, Fachspezialist Jagd im Aargauer Umweltdepartement, gibt es eigentlich nur eine Lösung. Er will den Bestand der schweizweit geschützten Schwäne regulieren. Dazu sollen Eier aus den Schwanennestern genommen werden, quasi eine Geburtenkontrolle.

Umweltschützer gegen Ei-Entnahme

Im Kanton Luzern befürwortet man dies. Hier seien es vor allem die Bauern, welche sich über die Schäden durch die Schwäne beschweren, erklärt Peter Ulmann, Absteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei gegenüber Radio SRF.

Um die Eier aus den Schwanen-Nestern zu nehmen, braucht es jedoch eine Bewilligung des Bundes. Diese Bewilligung könnte jedoch angefochten werden. Dies könnte durchaus auch passieren. Bei früheren Gesprächen haben sich Umweltschützer gegen die Regulierung der Schwanenbestände ausgesprochen. Der Kot der Schwäne am Hallwilersee könnte somit letztlich sogar die Gerichte beschäftigen.