Wahlen im Herbst Wird Aarau künftig links regiert?

Sieben Sitze sind zu vergeben in der Aarauer Stadtregierung. Jetzt haben die Grünen offiziell ihren Kandidaten nominiert und machen damit einen bisherigen Stadtratssitz streitig. Acht Kandidaturen für sieben Sitze gibt es nun also und die Frage lautet: Gewinnt links die Mehrheit?

Hanspeter Thür an einer Medienkonferenz blickt auf seine Armbanduhr Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zeit für ein Comeback: Der ehemalige Datenschützer Thür will seine Pension als Vize-Stadtpräsident verbringen. Keystone

Alle grösseren Parteien haben offiziell nominiert in Aarau: Am Donnerstagabend hat die Mitgliederversammlung der Grünen den ehemaligen Datenschützer und Nationalrat Hanspeter Thür als Stadtratskandidaten ins Rennen geschickt. Er will zugleich das Vize-Präsidium in Aarau übernehmen.

Mit diesem prominenten Namen gewinnt der Wahlkampf in der Kantonshauptstadt an Brisanz. Zwei spannende Fragen werden im Herbst entschieden:

  • Kann die SP das Stadtpräsidium halten? Die SP-Stadtpräsidentin Jolanda Urech tritt nicht mehr an, die Sozialdemokraten schicken stattdessen Daniel Siegenthaler ins Rennen. Auch die bisherige Vize-Präsidentin Angelika Cavegn Leitner (Pro Aarau) möchte Stadtpräsidentin werden. Und schliesslich will die FDP das vor vier Jahren an die SP verlorene Präsidium wieder zurückholen - sie schickt dafür den bisherigen Stadtrat Hanspeter Hilfiker ins Rennen.
  • Gibt es im Stadtrat künftig eine linke Mehrheit? Bisher halten SP und FDP je zwei Sitze, dazu Pro Aarau, CVP und SVP je einen. Mit der Kandidatur der Grünen könnte das bisherige Parteiengefüge durcheinander geraten. Die Hoffnung der linken Parteien: Sie könnten mit zwei SP, einem Grünen und Pro Aarau eine linke Mehrheit erreichen (vier von sieben Sitzen). Allerdings werden die bürgerlichen Parteien ihre traditionelle Mehrheit in der Regierung mit allen Mitteln zu verteidigen versuchen.

Klar ist bisher nur eines: Es werden künftig wohl weniger Frauen in der Aarauer Regierung sitzen. Denn sowohl die SP wie auch die SVP ersetzen ihre bisherigen Frauen durch männliche Kandidaten. Die FDP hingegen bringt eine Frau anstelle eines Mannes.

So sieht das Feld der Kandidierenden bisher aus:

Die Kandidaturen im Überblick

Name und Partei der Kandidat/in
kandidiert auch für Stadtpräsidium
kandidiert auch für Vize-Stadtpräsidium
Daniel Siegenthaler (SP, neu)
X
Franziska Graf (SP, bisher)


Hanspeter Hilfiker (FDP, bisher)
X
Susanne Marclay-Merz (FDP, neu)


Angelika Cavegn Leitner (Pro Aarau, bisher)
X
Werner Schib (CVP, bisher)

X
Simon Burger (SVP, neu)

X
Hanspeter Thür (Grüne, neu)

X

Gefordert sind vor allem SP, FDP und SVP. Sie müssen abtretende Politikerinnen und Politiker ersetzen. Nicht ganz einfach ist die Aufgabe für die SP: Stadtpräsidentin Jolanda Urech gibt ihr Amt nur vier Jahre nach dem überraschenden Wahlsieg wieder ab.

Neben Stadtpräsidentin Urech treten auch FDP-Stadtrat Lukas Pfisterer (neu Präsident der Kantonalpartei FDP) und SVP-Stadträtin Regina Jäggi nicht mehr an.

Die Wahlen für die Aarauer Exekutive (Stadtrat, Stadtpräsidium, Vize-Präsidium) finden zeitgleich am 24. September statt. Das Aarauer Parlament (Einwohnerrat) wird im November gewählt.