Frauen schnauzen an der Basler Fasnacht

106 Jahre hatten Frauen in der Clique Olympia nichts zu pfeifen. Doch dieses Jahr durften zum ersten Mal ein paar Frauen in der reinen Männerclique mitmarschieren. Und es bleibt bei der diesjährigen Ausnahme.

Gruppenaufnahme mit zwei Frauen, die von einem Mann in den Armen gehalten werden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die zwei Frauen in den Armen eines «Olympers» Matieu Klee / SRF

107 Männer. So viele aktive Mitglieder hat die reine Männerclique Olympia. Dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei waren am Montag und Mittwoch jeweils zwei Frauen. Die Clique wollte damit ihr Sujet «Schnauze Fräulein» umsetzen, also auch Frauen in ihrer Clique schnauzen lassen.

Bei einer reinen Männerclique dabei zu sein, sei ein ganz spezielles Gefühl, wie eine der beiden Frauen erklärt: «Ich fühle mich wie eine Prinzessin unter all diesen Männer.» Sie heisst Nicole (man dutzt sich an der Fasnacht) und spielt Piccolo, normalerweise bei der Clique Naarebaschi.

«  Wenn wir unter Männern sind, muss sich keiner produzieren, um Frauen zu gefallen. »

Oscar Olano
Obmann Fasnachtsgesellschaft Olympia

Passend zum Sujet «Schnauze Fräulein» der Clique Olympia haben sich alle Männer einen Schnauz wachsen lassen. Die beiden Frauen behelfen sich mit einem gestempelten Schnauz respektive einem Schnauz aus Filz. Dies sei ungewohnt, sagt Fabienne. Sie ist die zweite Frau am Cortège von Olympia.

Die Männer der Clique finden, Fasnacht sei anders wenn Frauen dabei seien. Auch wenn zwei Frauen auf 107 Männer nicht auffallen würden. Männer seien nicht ganz so gelöst, wenn Frauen dabei seinen, das Gefühl hätten, sie müssten sich verstellen. «Wenn wir unter Männern sind, muss sich keiner produzieren, um Frauen zu gefallen», sagt etwa der Obmann Oscar Olano.

Obwohl sich alle befragten Männer der Clique positiv zu diesem Experiment äussern, nächstes Jahr werden bei der Männerclique keine Frauen mehr dabei sein. Dann wird es wieder so sein wie all die 106 Jahre vorher: eine reine Männerclique.