Personalentscheid So reagiert Basel auf den Abgang des bekanntesten Chefbeamten

Der Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung Thomas Kessler verlässt das Präsidialdepartement. Der Abgang löst unterschiedliche Reaktionen aus. Die designierte Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann sagt, sie sei in den Personalentscheid nicht involviert, aber darüber informiert gewesen.

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Bildlegende: Polarisierender Chefbeamter: Seit 2009 leitet Thomas Kessler die Basler Kantons- und Stadtentwicklung. Keystone

  • Thomas Kessler war seit 2009 Leiter der neu geschaffenen Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung. Zuvor war er Integrationsbeauftragter und Drogendelegierter des Kantons Basel–Stadt.
  • Über die Trennungsvereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart. Die Stelle der Leitung der Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung wird neu ausgeschrieben.
  • Die designierte Vorsteherin des Präsidialdepartements sagt, sie sei in den Entscheid nicht involviert gewesen.

Als der Entscheid am Mittwoch kommuniziert wurde, tagte gerade der Grosse Rat. Im Vorzimmer des Grossrats-Saals wurde denn auch heftig darüber spekuliert, ob Kessler freiwillig geht oder ob er gehen musste. «Das hat einen Beigeschmack», findet etwa SVP-Grossrat Lorenz Nägelin und er spekuliert: «Das war wohl Elisabeth Ackermanns Wunsch. Kessler ist eine sehr starke Persönlichkeit, Ackermann eine schwache.»

Guy Morin habe Elisabeth Ackermann mit dem Entscheid einen Dienst erwiesen, findet Tobit Schäfer (SP). Thomas Kessler habe sich als Drogen- und Integrationsbeauftragter Lorbeeren verdient. «Als Stadtentwickler konnte er an diese Erfolge jedoch nicht anknüpfen. Er hat das Potenzial der Abteilung nicht ausgeschöpft.»

Anders klingt es bei Luca Urgese (FDP) oder David Wüest-Rudin (GLP). Beide bedauern den Abgang von Kessler. «Er war ein Querdenker, das tat der Verwaltung gut», finden beide.

Was sagt Elisabeth Ackermann?

Die designierte Vorsteherin des Präsidialdepartements sagt, sie sei in den Entscheid nicht involviert gewesen. Ob sie diesen gut oder schlecht findet, möchte sie nicht sagen. Sie wolle die Abteilung genau anschauen und die Stelle neu ausschreiben.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)