«Vielleicht wäre Durchmischung besser als Gästesektoren»

Die Petardenwürfe während und nach dem Fussballspiel FC Basel gegen FC Zürich am vergangenen Sonntag sind für Markus Mohler schlicht kriminell. Der ehemalige Basler Polizeikommandant fragt sich auch, ob Gästesektoren in den Stadion die Problematik nicht eher verstärken.

Schon zu seiner Zeit als Kommandant habe man sich überlegt, ob es nicht besser wäre, das Publikum zu durchmischen. So sei die Sozialkontrolle besser, glaubt Markus Mohler. Wichtig sei vor allem aber, dass die Gewalttäter identifiziert werden könnten. Ob eine Polizeipräsenz im Stadion präventiv oder umgekehrt eher provokativ wirken würde, lässt sich für Mohler nicht eindeutig sagen.

Mehr Eingänge und Kontrolleure

Allerdings müsse das einher gehen mit guten Eingangskontrollen. Und damit das nicht Stunden lang dauere, brauche es viele Stadion-Eingänge und viel Personal. «Wenn man die Leute am Eingang eine Stunde lang warten lässt, würde das nur die Spannung steigern.» Allerdings sei das wiederum eine Kostenfrage. Aber die Sicherheit müsse über den finanziellen Überlegungen stehen.

Heikel wäre für Mohler eine Ungleichbehandlung zum Beispiel der einheimischen und auswärtigen Fussballfans. Denn das würde die Freiheit der grossen Mehrheit der Gäste einschränken, was verfassungswidrig wäre: «Das ist rechtlich eine ganz schwierige Frage.»

Nicht unbedingt mehr Gewalt

Was sich am letzten Wochenende einzelne Fussball-Chaoten geleistet haben, ist für Mohler schlicht kriminell. Grundsätzlich glaubt er jedoch nicht, dass die Gewalt in den letzten Jahren zugenommen habe. In Zusammenhang mit der Stadtgärtnerei, zu seiner Zeit als Polizei-Kommandant, sei damals zum Beispiel ein Feuerwehrmann angezündet worden. Allerdings hat Mohler einen zwischenzeitlichen Rückgang der Gewalt festgestellt.

(Regionaljournal Basel, 17:30)