Bundesasylzentrum in Bern «Manchmal zerbricht auch die Hoffnung»

Wenn Flüchtlinge in den Bundesasylzentren jemanden zum Reden brauchen, können sie auf die Landeskirchen zählen. Diese stellen den Migrationsbehörden Seelsorger zur Verfügung. So haben auch im neuen Asylzentrum in Bern diesen Herbst Seelsorger ihre Arbeit aufgenommen.

Seelsorger vor dem Eingang des Bundesasylzentrums. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Haben ein Ohr für die Nöte der Flüchtlinge: Seelsorger Beatrice Teuscher und Philipp Koenig. Andreas Lüthi / SRF

Die schweizerischen Landeskirchen stellen den Bundesasylzentren Seelsorger zur Verfügung. Aktuell sind 43 Seelsorgende in 16 Zentren tätig. Aktiv sind reformierte, katholische und jüdische Seelsorger, in Zürich läuft ein Pilotversuch mit muslimischen Seelsorgern.

Totalansicht ehemaliges Zieglerspital. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das ehemalige Zieglerspital in Bern dient heute als Bundesasylzentrum. Andreas Lüthi / SRF

Koordiniert wird die Seelsorge von Simon Röthlisberger vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund. Die Seelsorgenden in den Asylzentren seien primär zum Zuhören da. Wichtig seien sie aber auch als Vermittler zwischen Behörden, Rechtsvertretern, Psychiatern oder eben auch den Migrationskirchen und den vielen Leuten aus der Zivilgesellschaft, die sich für die Flüchtlinge engagieren.

Ein grosses Ohr für die Flüchtlinge im Bundesasylzentrum in Bern haben Beatrice Teuscher und Philipp Koenig. Beide reformierten Pfarrer teilen sich seit September ihre Stelle mit ihrem katholischen Kollegen Arcangelo Meira. Die Seelsorgenden sind auf den Gängen, in den Aufenthaltsräumen oder beim Töggelikasten. «Wir besprechen mit den Flüchtlingen das, was sie im Moment beschäftigt», sagt Philipp König. Das könnten ganz praktische Dinge aus dem Zentrumsalltag sein, aber auch Erlebnisse während der Flucht oder Zukunftssorgen.

«Von diesem Willen und Mut können wir uns ein Stück abschneiden»

Besonders schwierig sei die Situation, wenn Asylgesuche abgelehnt würden. Da sei zum Teil jede Hoffnung zerbrochen, da sei manchmal einfach nur noch Ausweglosigkeit da, sagen die beiden reformierten Pfarrer. Häufig sei das aber auch der Punkt, wo der Glaube ein Weg biete, weiterzuleben. Und das sei sehr beeindruckend. «Wir treffen hier Leute, die einen so starken Willen, Mut und Energie haben, da können wir uns ein Stück abschneiden davon», sagt Pfarrerin Beatrice Teuscher.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)