Wenn der Bankberater via Bildschirm die Kundschaft berät

Der virtuelle Bankberater hält Einzug in einer Bank im Emmental. Wenn die beiden Kundenberater der Bank beschäftigt sind, wird die Laufkundschaft per Video-Chat bedient. Die Idee stösst auf Interesse - bei anderen Banken und bei der SBB.

In Alchenflüh bei Burgdorf wollte die Raiffeisenbank eine neue Geschäftsstelle eröffnen. Doch die Bank hatte ein Problem. Drei Mitarbeitende hätten sich nicht gerechnet, zwei waren aber auch zu wenig. Die Lösung: Die Laufkundschaft wird via Bildschirm vom zehn Kilometer entfernten Burgdorf aus bedient, wenn die beiden Berater vor Ort besetzt sind.

Mitten in der Schalterhalle steht die riesige Wand mit dem Video-Screen. Dort erscheint Bankberater André Picard - von Kopf bis Fuss sichtbar, wenn jemand die Bank betritt. Ein Lampe leuchtet dann in seinem Büro in Burgdorf auf, und er stellt sich vor die Kamera. Das ganze sei schon gewöhnungsbedürftig, sagt eine junge Bankkundin. Aber: «Man sieht das Gegenüber, kann Auge in Auge miteinander reden, und ich muss nicht für alles nach Burgdorf.»

Für einfache Fragen

Ein Konto eröffnen oder eine Hypothek abschliessen, das geht allerdings nicht per Video-Chat. Da sei die Diskretion nicht gewährleistet, sagt Daria Winkelmann von der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Burgdorf. Aber für einfache Fragen, zum Beispiel zur Bedienung des Bancomaten oder zu Bank-Produkten, sei diese Lösung wertvoll. Und die Innovation stösst auf Interesse. Andere Banken und auch die SBB hätten sich bei Ihnen diese Video-Beratung angeschaut, sagt Winkelmann.

(Heute Morgen, 6 Uhr)