Engadin in der Zwischensaison: Wegen Herbst geschlossen

Die goldenen Lärchenwälder im Engadin werden von der Tourismusdestination jeweils stark beworben. Die Gastfreundschaft im Engadin hält sich zu dieser Jahreszeit allerdings in Grenzen.

Lärchenwald am Silsersee im Engadin Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Herbstlich leuchtet der Lärchenwald am Silsersee im Engadin. Keystone

Insbesondere im Unterland wird der Herbst im Engadin stark beworben. Es sei der «goldene Herbst» heisst es auf den grossen Plakaten, die Bilder der goldenen Lärchen zeigen.

Vor Ort ist der Herbst aber weniger golden. Viele Hotels und Restaurants haben zu dieser Jahreszeit nämlich geschlossen. In St. Moritz beispielsweise ist aktuell nur etwas mehr als ein Drittel der Hotels offen. Die grossen Fünfstern-Häuser haben schon seit Anfang September Betriebsferien.

Die «Bankrotterklärung»

Roberto Rivola von der Tourismusdestination würde das gerne ändern: «Wir stehen schon seit langem mit den Hoteliers in Kontakt und hätten gerne, dass mehr Betriebe bis zur letzten Oktoberwoche geöffnet haben.»

Zu den wenigen Gasthäusern die keine Zwischensaison kennen, gehört der Landgasthof «Meierei» von Reto Mathis. «Auch bei uns hat das Jahr zwölf Monate. Wenn wir aber nur während vier Monaten im Winter und zwei im Sommer Gäste empfangen, ist das eine Bankrotterklärung.»

Nüchterner sieht man das beim Hotelierverein St. Moritz. Laut Präsident Urs Höhener hat der Herbst zwar Potenzial, aber nur für die kleineren Hotels: «Die typischen Gäste der Luxushotel verbringen ihre Herbstferien lieber an der Wärme.»