Pontresina Mutterkuh-Haltung: Streit um sichere Wanderwege

Die Gemeinde Pontresina will den Landwirten keine Beiträge zahlen, um Wanderer vor Mutterkuh-Herden zu schützen. Die Bauern haben dafür kein Verständnis.

Mutterkühe auf einer Weide Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mutterkühe weiden mit ihren Kälbern auf der Alp Zavragia in Obersaxen. Keystone

Um was geht es? Mutterkühe auf Wanderwegen sorgen immer wieder für Diskussionen. Vor rund 2 Jahren wurde in Laax eine Wanderin von einer Mutterkuh getötet. Seither wird immer wieder gefordert, dass Mutterkuh-Herden nicht auf Wanderwegen unterwegs sein dürfen und eingezäunt werden sollen.

Wer bezahlt? Pontresina will dies jetzt umsetzen. Und die Gemeinde hat entschieden, dass sie den Landwirten nichts an den Aufwand bezahlt. Gemeindepräsident Martin Aebli sagt: «Wir sind nicht verantwortlich für die Kühe. Es ist die Aufgabe des Halters dafür zu sorgen, dass sie keine Gefahr darstellen. Die Landwirte sind die Verursacher des Problems und müssen dieses auch beseitigen.»

Wie reagieren die Bauern? Keine Freude an diesem Entscheid haben die Bauern. Walter Grass, der selber Mutterkühe hält und Präsident der Bündner Wanderwege ist, meint: «Die Landwirte sorgen für den Erhalt des Kulturlands. Und dieses ist die Grundlage für den Sommertourismus.»