«Die Landwirtschaft im Bodensee-Raum wird den Klimawandel spüren»

Weniger Frost und mehr Hitze, mehr Niederschläge im Winter und Extremwetter-Ereignisse im Sommer: So präsentiert sich das Klima rund um den Bodensee in dreissig Jahren. Wie die Landwirtschaft darauf reagieren kann, haben Experten an einem Symposium der Internationalen Bodensee-Konferenz diskutiert.

Porträtaufnahme von Maximilian Dendl von der Internationalen Bodensee-Konferenz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Maximilian Dendl: «Es ist unsere Aufgabe, die neuen Erkenntnisse über den Klimawandel den Landwirten vorzustellen». SRF

«Der Klimawandel ist eine der grössten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Und er steht in vielfältiger Wechselbeziehung mit der Landwirtschaft», sagt Joachim Schütter vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz am Mittwoch in Lindau an der Tagung «Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel: Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im Bodenseeraum». Organisiert und durchgeführt hat die Tagung die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK).

Bis ins Jahr 2050 werde die durchschnittliche Temperatur rund um den Bodensee um 2 Grad Celsius ansteigen, sagte Schütter. Die Folgen: Weniger Frost und mehr Hitze, mehr Niederschläge im Winter, einen niedrigeren Seespiegel im Sommer und häufigere Extremwetterereignisse wie Starkregen, Gewitter, Hagel, Trockenheit und Dürreperioden. Maximilian Dendl, Leiter der Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Umwelt der IBK: «Die Landwirtschaft im Bodensee-Raum wird den Klimawandel spüren».

Zehn Bauernhöfe unter der Lupe

Um mögliche Handlungsalternativen für die Bauern rund um den Bodensee aufzuspüren, nimmt eine Gruppe um Maximilian Dendl von der IBK zehn Landwirtschaftsbetriebe rund um den Bodensee während der nächsten zwei Jahren intensiv unter die Lupe. Analysiert werden alle Stoffströme mit der Methode «AgriClimateChange».

Dazu gehört der Energieverbrauch, der Düngemitteleinsatz und die Art der Bodenbeschaffung und -bepflanzung. An der Tagung wurden erste Ergebnisse präsentiert. Sie zeigen, dass insbesondere der Energiebedarf zwischen den einzelnen Betrieben deutlich abweicht. Vor allem Gemüseproduzenten verbrauchten deutlich mehr Heizöl als Milchbauernbetriebe.

Der grenzüberschreitende Austausch über Anpassungsstrategien und die Erarbeitung konkreter Anpassungen für Agrarbetriebe sei wichtig, um Schäden durch den Klimawandel zu verringern, sagte Joachim Schütter von der Bodensee-Konferenz.

Die IBK ist eine gemeinsame Plattform der Regierungen der Länder und Kantone Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden, Fürstentum Liechtenstein, Vorarlberg und Bayern.