Kantonspolizei SG: «Konzerte von Extremen sind unerwünscht»

Die St. Galler Kantonspolizei will Veranstaltungen wie das Rechtsrock-Konzert in Unterwasser mit 5'000 Besuchern in Zukunft nicht mehr dulden und auf die Einhaltung der Rassismus-Strafnorm achten.

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Bildlegende: Bis zu 5000 Besucher sind am Samstagabend in die Event- und Tennishalle von Unterwasser geströmt. Keystone

So heisst es in einer Stellungnahme vom Mittwoch: «Konzertveranstaltungen von rechts- oder linksextremen Kreisen sind im Kanton St. Gallen unerwünscht», schreibt die Polizei. Man werde die Gemeinde- und Stadtbehörden dahingehend sensibilisieren.

Die Polizei solle künftig über Anlässe grösseren Ausmasses oder auffälliger Veranstalter informiert werden. Laut einer Medienmitteilung war es der Kantonspolizei nicht möglich, das Konzert vom vergangenen Samstag in Unterwasser zu verhindern.

Um das Konzert zu verhindern oder abzubrechen, hätte es laut Polizei «Hunderte von Einsatzkräften» gebraucht. Eine Intervention wäre zu gefährlich gewesen. Veranstaltungen wie in Unterwasser könnten nur mit einem rechtzeitigen Verbot, möglichst im Stadium der Planung, unterbunden werden. Dazu sei die Polizei auf die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und der Bevölkerung angewiesen. Eine halbe Woche nach diesem Einsatz bilanziert der St. Galler Polizeikommandant Bruno Zanga im Regionaljournal Ostschweiz des Schweizer Radio SRF: «Wir haben einen guten Job gemacht».

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Neonazi-Paradies Schweiz?

    Aus 10vor10 vom 17.10.2016

    Am Samstagabend lief im Toggenburg das grösste Konzert von Neonazis über die Bühne, das in der Schweiz je stattgefunden hatte: Über 5000 Teilnehmer aus ganz Europa nahmen teil. Wie kann es sein, dass die Schweiz zu einem Konzert-Paradies für Rechtsextreme wurde? Und wie sind Neonazis hier organisiert?