Späte Ehre für den Ausserrhoder Carl Lutz

Carl Lutz hat im Zweiten Weltkrieg über 60'000 Juden als Diplomat in Budapest das Leben gerettet. Dabei hat er auch seine Kompetenzen überschritten. Der Bundesrat würdigte ihn erst 1995. Am Freitag eröffnet nun in Walzenhausen eine Ausstellung über Carl Lutz.

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Bildlegende: Das Geburtshaus von Carl Lutz in Walzenhausen. SRF

Carl Lutz kam nach Stationen in den USA und Palästina 1942 als Diplomat auf die Botschaft nach Budapest. 1944 fielen die Deutschen ein, das Leben der Juden war gefährdet. Lutz vergab mit einem Trick Tausende von sogenannten Schutzbriefen und rettete damit über 60'000 Juden das Leben.

Lutz überschritt dabei seine Kompetenzen. Der Bund tadelte ihn später in einem Brief. Carl Lutz machte es zu schaffen, dass er keine gebührende Anerkennung erhielt. Er starb 1975 verbittert in Bern. Der Bundesrat würdigte seine Leistung erst 1995.

Seine Geburtsgemeinde Walzenhausen machte Lutz bereits 1963 zum Ehrenbürger. Nun, zum 50jährigen Jubiläum, widmet ihm Walzenhausen eine Ausstellung.