Street Parade 2017 Alkohol und Drogen: Die Schattenseiten des Techno-Anlasses

Schlägereien halten die Polizei an der Street Parade auf Trab. Schuld daran sei der Alkohol- und Drogenkonsum.

Eine Frau trinkt Alkohol. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Alkohol- und Drogenkonsum führte an der Street Parade zu zahlreichen Schlägereien, vermutet die Polizei. Keystone

Die Street Parade 2017 ist Geschichte. Organisatoren und Behörden ziehen Bilanz:

Die Organisatoren

Die 26. Street Parade sei ein voller Erfolg, zeigen sich die Organisatoren begeistert. Rund 900'000 Besucherinnen und Besucher seien in diesem Jahr nach Zürich gekommen und hätten ausgelassen und friedlich gefeiert, betont Stefan Epli vom Verein Street Parade. Das Sicherheitskonzept sei aufgegangen und man hoffe, nach einem Verlust im letzten Jahr dieses Jahr eine schwarze Null schreiben zu können.

Luftaufnahme der Street Parade. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 900'000 Besucherinnen und Besucher kamen in diesem Jahr an die Street Parade. Keystone

Die Stadt- und Kantonspolizei Zürich

Die Polizei hat an diesem Wochenende 130 Personen festgenommen. Das sind rund doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. «Im Verlauf der Nacht hat die Aggressivität zugenommen», bilanziert Stadtpolizei-Sprecher Marco Bisa. Bei einer besonders brutalen Auseinandersetzung im Kreis 1 ist ein 24-jähriger Mann in der St. Anna-Gasse schwer verletzt worden. Er wurde mit Stichverletzungen ins Spital gebracht. Grund für die vielen Schlägereien ist gemäss Polizei der Alkohol- und Drogekonsum. 19 Personen verbrachten die Nacht in der Ausnüchterungszelle.

Zwei Frauen grüssen zwei Polizisten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nicht immer war die Stimmung friedlich: Je später die Nacht, desto häufiger musste die Polizei ausrücken. Keystone

Schutz und Rettung Zürich

Ein positives Fazit zieht Schutz und Rettung Zürich. Total mussten die Sanitäterinnen und Sanitäter 526 Personen behandeln. Damit liegt die Zahl um einen Viertel tiefer als noch 2016. Grund dafür ist gemäss Bruno Eberle von Schutz und Rettung Zürich das kühlere Wetter: «Die Leute haben bessere Schuhe getragen. Deshalb ist es zu weniger Schnittverletzungen an den Füssen gekommen.»

Schutz und Rettung Zürich an der Street Parade

Vorfall
Anzahl Behandlungen
Schnittverletzungen145 (Vorjahr: 280)
Alkohol- und Drogenkonsum
273 (Vorjahr: 255)
Prellungen, Stauchungen, Brüche
59 (Vorjahr: 48)
Insektenstiche, allergische Reaktionen
37 (Vorjahr: 19)
Angriffe mit Reizgas
30
Ein Mann liegt in einem Sanitätszelt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 273 Personen mussten betreut werden, weil sie zu viel getrunken oder Drogen genommen hatten. Keystone

Entsorgung und Recycling Zürich

Insgesamt hat Entsorgung und Recycling Zürich110 Tonnen Abfall an der Street Parade beseitigt. Das sind 13 Tonnen mehr als noch im letzten Jahr, heisst es auf Anfrage. Die Reinigungsarbeiten dauern jedoch noch an. Insbesondere muss in den nächsten Tagen Anti-Urin-Mittel in der Quartieren gespritzt werden, um dem Gestank zu bekämpfen.

Müll liegt auf der Strasse an der Street Parade. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Entsorgung und Recycling Zürich ist auch die nächsten Tage mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Keystone