Kannibalische Operette Das Theater Kanton Zürich serviert Deftiges

Szene aus «Häuptling Abendwind» Theater Kanton Zürich Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sensationell, sagt sich der Journalist: Auf der Insel werden tatsächlich Menschen verspiesen. Oder doch nicht? Tanja Dorendorf

Bereits zum zweiten Mal spannen das grosse Zürcher Opernhaus und das kleine Theater Kanton Zürich zusammen. Die erste Produktion, ein Singspiel von Mozart, wurde zum grossen Erfolg. In der zweiten Runde stellen sich die Teams einer grösseren Herausforderung: Der Operette «Häuptling Abendwind» von Jacques Offenbach und Nepomuk Nestroy.

Mit Menschenfressern auf Quotenjagd

«Ich hacke gerne Gäste klein», trällert die Köchin und schwingt ein Beil – so wie es auf Südseeinseln dem Klischee nach Sitte ist. Gefilmt wird sie von einem quotengeilen Fernsehjournalisten, der sich nicht darum schert, dass gerade sein Freund Arthur im Kochtopf schmort. So weit die Geschichte, wie sie das Theater Kanton Zürich erzählt. Jeder macht jedem etwas vor und es wird dick aufgetragen. Denn bald wird klar: Die Menschenfresser sind gar keine, sie tun nur so.

Zusammenarbeit bringt allen etwas

In der Inszenierung der beiden Häuser prallten zwei Welten aufeinander, sagt Schauspielerin Katharina von Bock. Einerseits die Opernsänger, die sich an strenge Regeln und an jeden Ton der Partitur halten. Andererseits die Schauspieler des Theaters, die ohne Federlesens alles abändern. Die Opernhäusler nehmen es gelassen. «Wir profitieren voneinander», sagt der junge Tenor Omer Kobiljak. Das findet auch die Probenbesucherin. Die überzeichnete Geschichte verspricht grossen Spass, die Melodien ebenso.

Premiere ist am 14.9. im Theater Kanton Zürich. Am 23.9. werden die Kochtöpfe im Opernhaus aufgestellt.