Harmonisches erstes Jahr auf der Musikinsel Rheinau

Seit einem Jahr wird auf der Insel Rheinau musiziert und 7000 Übernachtungen wurden gebucht. Solisten und Chöre mit bis zu 120 Mitgliedern probten auf der Insel. Die Stile reichten von Klassik bis Jodel. Die Verantwortlichen sind zufrieden - trotz eines Defizits. Denn es gibt noch Luft nach oben.

Blick in einen der Proberäumen mit Stuckdecke. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 13 Proberäume und 63 Zimmer stehen auf der Musikinsel Rheinau zur Verfügung. Sie wurden aufwändig saniert. Keystone

Vor allem an den Wochenenden war die Musikinsel gut gebucht. Viele Laienmusikerinnen und Laienmusiker nutzten das neue Angebot, um zu proben. Doch auch professionelle Musikerinnen und Musiker liessen sich von der Stille der Rheinau anlocken, etwa, um ein Album zu produzieren.

Fast 7000 Übernachtungen verzeichnete die Musikinsel. Für einen Gewinn reichte dies nicht. Der Verlust von 0,8 Millionen Franken sei aber kein Problem, sagt Musikinsel-Leiterin Monika Gasser. Er liege im geplanten Rahmen. Wichtig sei, dass «im Durchschnitt der Jahre» kein Minus resultiere.

Wochentage besser nutzen

Unter der Woche standen die Proberäume im ersten Jahr noch häufig leer. Mit Seminaren will die Musikinsel dieses Potential besser nutzen. Alt-Bundesrat Christoph Blocher, Initiator und Präsident des Stiftungsrates, will professionelle Musiker anlocken - auch aus dem Ausland. «Die fliegen gerne ein paar Stunden, wenn es ihnen hier gefällt.» Konzerte soll es auch im zweiten Jahr keine geben, der Aufwand wäre zu gross, sagt Leiterin Monika Gasser.

Vom Kloster über Psychiatrie zur Musikinsel

Das ehemalige Kloster Rheinau auf der Insel im Rhein wurde Ende des 8. Jahrhunderts eröffnet. Nach verschiedenen Nutzungen - unter anderem als psychiatrische Klinik - stand es seit Ende 2000 leer. 2009 gründete Alt-Bundesrat Christoph Blocher eine Stiftung, worauf das Kloster aufwändig restauriert und vor einem Jahr eröffnet wurde. Im Kloster gibt es 16 Proberäume und 63 Zimmer mit 133 Betten.