Kompetente Unterstützung für Winterthurer Hausärzte

Weil es immer weniger Hausärzte gibt, sollen speziell ausgebildete Pflegefachkräfte einen Teil ihrer Aufgaben übernehmen. In einem wissenschaftlich begleiteten Pilotversuch in Winterthur testet das Ärztenetzwerk «Wintimed» die Zusammenarbeit mit einer Pflege-Expertin.

Eine Pflegefachfrau berät eine Seniorin Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sie bringt mehr Zeit mit als der Hausarzt: Die Pflege-Expertin für chronischkranke Senioren. Colourbox

Der Zürcher Hausärzteverband begrüsst den Pilotversuch in Winterthur. Um dem Hausärztemangel zu begegnen, brauche es neue Modelle in der ärztlichen Grundversorgung der Bevölkerung, sagt Philipp Luchsinger vom Zürcher Hausärzteverband: «Wir Hausärzte können die Arbeit nicht mehr alleine bewältigen.»

Hausbesuche bei Senioren

Der Pilotversuch in Winterthur sieht vor, dass eine Pflege-Expertin mit Masterabschluss Hausbesuche bei älteren Menschen übernimmt, die aufgrund einer chronischen Krankheit und verschiedener Gebrechen eine enge Begleitung benötigen. Die Pflege-Expertin klärt mit verschiedenen Akteuren wie der Spitex oder dem Hausarzt sorgfältig ab, wie den Patienten am besten geholfen werden kann. Das Ziel ist es, dass die Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.

Da die Pflege-Expertin nur ein kleines Segment der hausärztlichen Tätigkeit abdeckt, werde der Hausarzt nicht überflüssig, betont Andrea Isler, Geschäftsleiterin bei «Wintimed»: «Es ist kein Ersatz, sondern eine sinnvolle Ergänzung.»

Der Pilotversuch wird von der ZHAW wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Er dauert drei Jahre und kostet 650'000 Franken. Finanziert wird das Projekt von Bund, Kanton, «Wintimed» selbst und Sponsoren.