Trotz kaltem Sommer und Kirschessigfliege - der Wein wird gut

Die Weinsaison 2016 stand unter schwierigen Vorzeichen: Die Kirschessigfliege und der kalte Sommeranfang machten vielen Winzern Sorgen. Trotzdem soll der Wein gut werden. Ein Augenschein von der Weinlese in Eglisau.

Es ist die wohl spannendste Zeit für alle Winzer. Bei der «Wümmet» zeigt sich, wie gut der Wein wird. Diesen Herbst wurde dieser Moment mit besonders grosser Spannung erwartet, denn die Weinbauern mussten mehrmals um ihre Trauben bangen. Wegen der kalten Nächte zu Beginn des Sommers und der Kirschessigfliege kam es zu Ernteausfällen.

Schöner Spätsommer sei Dank

«Die sonnigen und warmen Wochen Ende Sommer und zum Herbstbeginn haben vieles aber wieder wettgemacht», sagt Urs Pircher. Er ist Winzer aus Eglisau und regionaler Rebberater: «Es ist weniger wichtig, was zu Beginn des Sommers passiert. Entscheidend sind die Monate September und Oktober. Diese waren 2016 besonders gut».

Erste Werte machen Hoffnung

Nicht einmal die Kirschessigfliege dürfte den Winzern das Jahr so richtig vermiesen. Es hiess zunächst zwar, dass sich der Schädling in diesem Jahr besonders stark vermehrt habe. Glücklicherweise hielten sich die Ernteausfälle aber in einem überschaubaren Rahmen, so Urs Pircher. «Zwischen zwei und fünf Prozent der gesamten Menge ist durch die Kirschessigfliege zerstört worden.»

Alles in allem sei man mit der Ernte 2016 deshalb zufrieden. Die ersten Zuckermessungen hätten sehr gute Werte ergeben. Nun gären die Trauben in Holzfässern. Der Zucker wird in Alkohol umgewandelt, die Apfelsäure in Milchsäure.

Das endgültige Urteil über den Jahrgang 2016 kann man erst im nächsten Sommer fällen. Dann wird der Wein in Flaschen abgefüllt – und in die Gläser eingeschenkt.