Kantonale Abstimmungen Bekenntnis zu Französisch und Englisch an der Primarschule

Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) kann aufatmen: Die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» wird abgelehnt und zwar mit gut 60 Prozent Nein-Stimmen.

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Französisch und Englisch bleibt in der Primarschule

1:43 min, vom 21.5.2017

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Kanton Zürich: Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule»

JA-Stimmen absolut: (150'725 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (233'357 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 39.2%
NEIN-Stimmen relativ: 60.8%

«Ich bin sehr erleichtert», sagt Silvia Steiner und führt aus: «Wäre die Initiative angenommen worden, wäre Einiges auf uns zugekommen.» Die Initiative hatte verlangt, dass die zweite Fremdsprache in der Zürcher Volksschule erst in der Sekundarstufe eingeführt wird – dafür mit mehr Lektionen. Der Schule sei dadurch eine erneute Reform erspart geblieben, ist Steiner überzeugt. Die Zürcher Stimmbevölkerung habe nun deutlich gezeigt, in welche Richtung es gehen solle.

«  Es wäre eine riesige Reform geworden. Das ist uns nun erspart geblieben. »

Silvia Steiner
Bildungsdirektorin Kanton Zürich

Lehrer fordern bessere Rahmenbedingungen

Das heutige System überfordere die Schüler, sind die Initianten, unter anderen der Zürcher Lehrerverband, der Ansicht. Präsidentin Lilo Lätzsch macht angesichts des Abstimmungsresultats keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung: «Wir sind sehr enttäuscht. Es ist uns nicht gelungen, unsere Argumente zum Tragen zu bringen.» Nun gelte es, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Lätzsch fordert deshalb eine Untersuchung, weshalb zum Beispiel beim Französischunterricht so wenig hängen bleibt.

«  Wir haben Handlungsbedarf. Vor allem im Französisch. »

Lilo Lätzsch
Präsidentin Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband

Silvia Steiner will auf die Bedenken der Lehrer eingehen. Man versuche bereits seit einigen Jahren, den Sprachunterricht zu verbessern. «Ein wichtiges Element ist das neue Französisch-Lehrmittel.» Zusätzlich soll auch die Lehrerausbildung optimiert werden. Ob der Sprachunterricht wie von den Lehrerinnen und Lehrern gefordert im Halbklassen-Unterricht stattfinden soll, lässt Steiner offen. Dies sei nicht zuletzt auch eine Frage der Finanzen. Die Kosten dafür hätten die Gemeinden zu tragen.