Nach Terror in Paris: Schweizer Armee erhöht Schutzmassnahmen

Mehr Gitter, mehr Beton, mehr Wachpersonal: Bislang unbemerkt von der Öffentlichkeit ist die Schweizer Armee dabei, ihr Sicherheitsdispositiv hochzufahren. Kasernen, Übungsplätze und Materiallager werden abgeriegelt. Auslöser waren die Terrorakte in Frankreich.

Ein Schweizer Rekrut mit Sturmgewehr, aufgenommen bei der Kaserne Stans. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Terror von Paris hinterlässt bei der Armee Spuren: Sie will die eigenen Vorschriften konsequenter umsetzen. Keystone/Archiv

Die Armee verstärkt ihre Sicherheitsvorkehrungen. So zum Beispiel in Aarau, wo die Kaserne mitten in der Stadt liegt. Bislang war es ein Leichtes, aufs Areal zu gelangen. Seit Kurzem aber stehen Wachhäuschen an den Zugängen und Soldaten machen Zutrittskontrollen. Ein neuer Wind weht auch im benachbarten Brugg. Dort ist ein grosses Armee-Areal direkt neben einem Wohngebiet neuerdings eingezäunt und bewacht.

Terroranschlag als Wendepunkt

Den Anstoss für das verstärkte Sicherheitsdispositiv habe der islamistische Terroranschlag vom Januar 2015 auf die Redaktion der Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» gegeben, sagt Armeesprecher Walter Frik: «Die Armee hat sich nach Charlie Hebdo gefragt, ob ihre Standorte und Truppen genügend geschützt seien, um nach solchen Vorfällen noch einsatzfähig zu sein.»

Die Armee kam zum Schluss: Die Gefährdungslage habe sich grundsätzlich nicht verändert. Auch die bestehenden Sicherheitsvorschriften genügten – nur seien die Vorschriften bislang nicht konsequent umgesetzt worden.

Sichtbarer, aber nicht teurer

Anfang Jahr verlangte die Armee mit einem Befehl an alle Truppen Nachbesserungen. Seither wurden Gelände abgesperrt, Scheinwerfer montiert und mehr Wachpersonal eingesetzt. «Das heisst, dass nun vielleicht mehr oder offensichtlicher patrouilliert wird», sagt Armeesprecher Frik. Die Armee äussere sich dazu aber nicht im Detail.

Verantwortlich für die Massnahmen sind die jeweiligen Truppen und Standorte. Mehr Geld gibt es laut Frik nicht. An einzelnen Standorten brauche es allenfalls Umbauten oder besonders aufwändige Sicherheitsmassnahmen. Im Verlaufe des Jahres werde sich der Führungsstab einen Überblick verschaffen über das, was zusätzlich nötig sei, um die Armee, ihre Standorte, ihre Fahrzeuge und ihre Soldaten besser abzuschirmen.