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Nahe Schweizer Grenze in Evian Genfer Schreinereien stossen wegen G7-Gipfel an ihre Grenzen

Teure Schutzmassnahmen, geschlossene Geschäfte und erwartete Umsatzeinbussen sorgen für Unmut bei Gewerblern.

Darum geht's: In einer Woche beginnt in Evian auf der französischen Seite des Genfersees der G7-Gipfel – also das Treffen der grössten westlichen Wirtschaftsmächte. Aus Furcht vor möglichen Ausschreitungen sichern zahlreiche Geschäfte ihre Ladenfronten. Diese Schutzmassnahmen kosten zwischen 3000 und 100'000 Franken. Die Unsicherheit ist gross, was sich auf die gesamte Geschäftstätigkeit auswirkt und zu erheblichen Umsatzeinbussen führen dürfte.

Wer sind die G7?

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Die G7 sind ein Zusammenschluss der mächtigsten Industrienationen der Welt. Aktuell gehören dem Gremium Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, das Vereinigte Königreich und die USA an. Die EU hat einen Beobachterstatus.

Für das Treffen in Evian – das vom 15. bis 17. Juni 2026 stattfindet – erscheinen gemäss derzeitiger Teilnehmerliste sämtliche Staats- und Regierungschefs der sieben Länder. Darunter also auch US-Präsident Donald Trump, der britische Premierminister Keir Starmer oder der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.

Ausgebuchte Schreinereien: Besonders an der bekannten Einkaufsmeile Rue du Rhône bleiben die Geschäfte während des Gipfels geschlossen. Nach der Ankündigung einer bewilligten Demonstration am Sonntag auf dem rechten Rhoneufer versuchen weitere Geschäftsinhaber, ihre Lokale zu schützen. Für einige ist es jedoch zu spät: «Die Schreinereien sind ausgebucht oder verfügen kaum noch über Material», sagt Flore Teysseire, Generalsekretärin des Gewerbeverbands Genève Commerces gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Sorge vor wirtschaftlichen Einbussen: Wie hoch die wirtschaftlichen Einbussen ausfallen werden, lässt sich derzeit nicht beziffern. Viele Unternehmen veröffentlichten ihre Umsatzeinbussen in solchen Situationen nicht. Die Auswirkungen dürften sich jedoch über die gesamte Gipfelwoche erstrecken. Ergebnisse einer Umfrage unter den Mitgliedern von Genève Commerces werden Anfang Juli erwartet.

Zusätzliche Belastung durch Grenzkontrollen: Obwohl die Zollstellen geöffnet bleiben, sind längere Wartezeiten zu erwarten. Dies erschwert den Arbeitsweg vieler Beschäftigter und kann sich negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirken. Besonders betroffen sind Restaurants und Cafés, deren Kundschaft und Personal mit Verzögerungen rechnen müssen.

Kritik und Verunsicherung: Auch die Gastronomiebranche zeigt sich besorgt. Simon Brandt, Direktor des Genfer Branchenverbands für Cafés, Restaurants und Hotels, kritisiert den vom Staatsrat beschlossenen Entschädigungsfonds von sechs Millionen Franken. Dieser decke lediglich Schäden durch Sachbeschädigungen ab. Betriebsverluste sowie die Kosten für Schutzmassnahmen würden hingegen nicht entschädigt. «Es geht um einige Millionen Franken, nicht um Hunderte Millionen», sagte Brandt. Während der Covid-19-Pandemie seien vergleichbare Unterstützungen ebenfalls möglich gewesen. Er zeigt sich überzeugt, dass die Behörden ihre Haltung nach dem Gipfel überdenken würden, falls kleinere Betriebe in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Einige Gastwirte hätten bereits auf Schutzmassnahmen verzichtet, weil ihnen die nötigen Mittel fehlten. Zahlreiche Restaurants planen zumindest am Tag der Demonstration die Schliessung. Im Quartier der internationalen Organisationen werden laut Brandt einzelne Betriebe sogar die gesamte Gipfelwoche geschlossen bleiben, da mit einem deutlichen Rückgang der Geschäftstätigkeit gerechnet wird.

Auch Nachbarkanton bereitet sich vor: Der Kanton Waadt bereitet sich ebenfalls auf den G7-Gipfel in Evian vor. Obwohl er weniger im Fokus steht als Genf, werden rund 2200 Personen aus Sicherheitsdiensten mobilisiert. Aktuell sind keine Protestkundgebungen im Kanton Waadt angekündigt. Zudem werden keine der am Gipfel teilnehmenden Delegationen im Kanton untergebracht, was die Sicherheitslage zusätzlich entspannt.

SRF4 News, 8.6.2026, 16 Uhr ; 

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