Auto dominiert – Zug holt auf Schweizer sind fast 37 Kilometer pro Tag auf Achse

Mittlere Tagesdistanz und Tagesunterwegszeit pro Person, 1994–2015 Im Inland

  • 2015 hat jede Person in der Schweiz im Durchschnitt 36,8 Kilometer pro Tag im Verkehr zurückgelegt.
  • Das ist ungefähr gleich viel wie bei der letzten Erhebung im Jahr 2010. Die Zeit hingegen hat sich um 1,3 Minuten auf 90,4 Minuten pro Tag verkürzt.
  • Das sind die Ergebnisse der Studie «Mikrozensus Mobilität und Verkehr», die das Bundesamt für Raumentwicklung und das Bundesamt für Statistik am Dienstag publiziert haben.
  • Das wichtigste Verkehrsmittel bleibt das Auto.

Die Bahn hat zwischen 2010 und 2015 leicht zugelegt und kommt nun auf 20 Prozent. 5 Prozent der Strecke werden zu Fuss, 4 Prozent mit dem öffentlichen Verkehr zurückgelegt. Gemessen an der Reisezeit machen die Fussmärsche jedoch über einen Drittel aus: Im Durchschnitt sind die Einwohner der Schweiz täglich eine halbe Stunde zu Fuss unterwegs.

Am liebsten fahren wir in der Freizeit

1:22 min, aus Tagesschau vom 16.5.2017

Freizeit als wichtigster Grund

Der täglich zurückgelegte Weg samt Auslandaktivitäten macht jedes Jahr mehr als den halben Erdumfang aus, wie BFS-Direktor Georges-Simon Ulrich erklärt. Der wichtigste Reisezweck bleibe mit 44 Prozent auch an Werktagen die Freizeit. Der Arbeitsweg mache dagegen nur knapp einen Viertel aus, der Einkauf nur gerade 13 Prozent.

Während die Mobilität im Inland zwischen den beiden Erhebungen etwa stabil geblieben ist, haben die Reiseaktivitäten im Ausland stark zugenommen. Im Durchschnitt legt jede Person rund 11'100 Kilometer pro Jahr im Ausland zurück, den grössten Teil davon im Flugzeug.

Mit Auto – auch für ganz kurze Strecken

Aber ob Arbeit oder Freizeit – meist sind die Menschen im Auto unterwegs. Jede zehnte Fahrt ist dabei mit weniger als einem Kilometer ultrakurz, jede dritte ist kürzer als drei Kilometer. Das sind Distanzen, die meist auch zu Fuss oder mit dem Velo möglich wären. Fast immer sitzt zudem nur eine Person im Auto.

Das sei schlecht für die Umwelt und die Wirtschaft, erklärt Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung. Deshalb sei die bessere Auslastung der Verkehrsinfrastrukturen ein Ziel, was auch die Planung berücksichtigen müsse. Vielfältige und volkswirtschaftlich günstige Angebote müssten geschaffen werden.

Mit E-Bike zur Arbeit wird beliebter

Lösungsvorschläge wie mehr Home-Office-Tage oder Mobility Pricing seien aber noch lange nicht spruchreif. «Das sind Optionen für die Zukunft. Da braucht es noch ziemlich viel Arbeit», sagt Lezzi.

Trotz aller Bemühungen blieben in den letzten Jahren Dauer und Distanz im Verkehr recht konstant. Konstant hoch. Eine kleine Veränderung zeichnet sich beim E-Bike ab. Laut Ulrich gibt es heute bereits in sieben Prozent der Haushalte ein E-Bike. Dieses werde vor allem für die Arbeit eingesetzt und weniger in der Freizeit.

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