Streit um neuen GAV Skyguide und Lotsen schalten Mediator ein

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 500 Fluglotsen von Skyguide befinden sich seit Anfang Jahr in einem vertragslosen Zustand, nachdem der GAV ersatzlos ausgelaufen ist.
  • Seither streiten die Lotsen und die Schweizer Flugsicherung über neue Arbeitsbedingungen – worüber genau, geben sie nicht bekannt.
  • Anfang März haben die Gewerkschaften und Skyguide einen externen Mediator eingeschaltet, der ihnen helfen soll, sich bis zum Sommer zu einigen.
  • Kampfmassnahmen wie Streiks seien derzeit keine geplant, sagen die Gewerkschaften.

Seit Anfang Jahr arbeiten die Fluglotsen bei Skyguide im vertragslosen Zustand. Das sei unbefriedigend, sagt Simon Eichelsberger von der Gewerkschaft Aerocontrol. «Sowohl für die Firma als auch für den einzelnen Lotsen bedeutet das eine gewisse Unsicherheit, weil nicht ganz klar ist, welche Bedingungen weiter angewendet und welche nicht übernommen werden.»

Schweigen zu den Streitpunkten

Worüber die Flugsicherung Skyguide und die Gewerkschaften genau streiten, machen sie nicht öffentlich. Doch die Differenzen scheinen gross. Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen haben die Sozialpartner nun externe Hilfe geholt, wie Vladi Barrosa von Skyguide sagt:

«  Wir sind seit Anfang März in einer Mediation, die helfen soll, die Positionen näher zusammenzurücken. »

Vladi Barrosa
Skyguide

«Die Mediation soll drei Monate dauern und wir stecken jetzt mitten drin», so Barrosa weiter.

Keine Streiks geplant

Beide Seiten betonen ihren Willen, eine Lösung zu finden. Mit Kampfmassnahmen wollen die Gewerkschaften derzeit denn auch nicht drohen. Bei den bisher guten Arbeitsbedingungen der Lotsen würde ein Streik in der Schweiz wohl auf eher begrenztes Verständnis stossen.

Bisherige Arbeitsbedingungen

Ein 40-Jähriger Fluglotse mit zehn Dienstjahren hatte in der Schweiz bisher eine 35-Stunden-Woche, 35 Tage Ferien und etwa 190'000 Franken Jahreslohn. So steht es im neusten Lohnbuch des Zürcher Arbeitsamts. Die Bedingungen für den verantwortungsvollen Job waren im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geregelt, doch der ist Ende Jahr ausgelaufen.

Da in ganz Europa ein Mangel an Fluglotsen herrscht, könnte die Arbeit im Ausland für Schweizer Fluglotsen attraktiver werden, wie Eichelsberger zu Bedenken gibt. Da müsse die Schweizer Flugsicherung aufpassen, sonst drohe ihr ein Fachkräfteverlust. «Und das würde natürlich die Problematik des Unterbestandes an Flugverkehrsleitern weiter verschärfen.»

Noch rasseln die Säbel. Bis im Sommer wollen sich Skyguide und Gewerkschaften einigen.