In der Schweiz wird weniger gebaut

Der Bauboom der letzten Jahre flaut ab: Nach Jahren des Anstiegs sank die Bautätigkeit auf das Niveau von 2009. Die Gründe laut Baumeisterverband: Die Nachfrage nach Wohnungen geht zurück – und der Zweitwohnungsartikel zeigt Wirkung.

Arbeiter stehen vor dem Turm von Swiss Mill. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Markt ist gesättigt: Es braucht nicht mehr so viele neue Wohnungen wie auch schon. Keystone

Schweizer Baufirmen haben vergangenes Jahr markant weniger Umsatz gemacht. Jahrelang hatten die Unternehmen immer mehr Arbeit. Nun sank die Bautätigkeit wieder und pegelt sich in etwa beim Volumen von 2009 ein. Nach dem Rekordjahr 2014 sei ein Rückgang zwar normal, schreibt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV). Im langjährigen Vergleich bewegten sich die Umsätze immer noch auf ansprechendem Niveau.

Dennoch: Der Abschwung kann nicht nur als Normalisierung betrachtet werden. Er hat auch strukturelle Gründe. Der Baumeisterverband schreibt, die Nachfrage nach Wohnungen sei nicht mehr ganz so hoch wie zu den besten Zeiten. Es gebe Sättigungseffekte. In den Berg- und Tourismusregionen habe zudem der Zweitwohnungsartikel «voll durchgeschlagen».

Mancherorts sei die Wohnbautätigkeit praktisch zum Erliegen gekommen. Entsprechend sanken vor allem die Hochbau-, und dort im Speziellen die Wohnungsbauumsätze.

Tiefbau mehr gefragt

Der Tiefbau war vom Rückgang deutlich weniger betroffen. Insgesamt sank der Umsatz des Bauhauptgewerbes im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent auf noch 18,4 Milliarden Franken.

Für das laufende Jahr erwartet der Baumeisterverband, dass das Bauvolumen ähnlich hoch ausfällt wie im vergangenen Jahr. Da die Zinsen weiter tief seien und die Bevölkerung weiter wachse, seien die Aussichten trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds nach wie vor intakt.