Pensionskassengelder für Alpiqs Wasserkraftwerke?

Eine Anlagestiftung der Credit Suisse zeigt Interesse am Wasserkraftwerk-Park des Stromkonzerns Alpiq. «Ein Engagement in Schweizer Wasserkraft würde sehr gut zum Anlagehorizont unserer Investoren passen, das sind Schweizer Pensionskassen», sagt Managing Partner Roland Dörig gegenüber «10vor10».

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Pensionskassen wollen in Wasserkraft investieren

2:44 min, aus 10vor10 vom 24.3.2016

Die Credit Suisse Energy Infrastructure Partners AG (CSEIP) hat mit ihrer Anlagestiftung bereits Anteile am Schweizer Stromnetz Swissgrid gekauft. Nun interessiert sich die Anlagestiftung für Schweizer Wasserkraft.

Die Ankündigung des Stromkonzerns Alpiq, bis zu 49 Prozent ihrer Wasserkraftwerk-Beteiligungen verkaufen zu wollen, kommt da gelegen. «Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir an einem solchen Prozess teilnehmen und eine solche Investition sorgfältig prüfen würden», sagt Roland Dörig, Co-Leiter von CSEIP. Dies, falls Alpiq auch an Verhandlungen interessiert wäre.

Anlagestiftung der CS legt Pensionskassengelder an

Alpiq-Wasserkraftwerk  in der Aare bei Goesgen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Credit Suisse Energy Infrastructure Partners interessiert sich für Wasserkraftwerke. Keystone

SP-Nationalrat und Energiepolitiker Beat Jans begrüsst zwar grundsätzlich das Interesse von Schweizer Investoren. Doch gibt er zu bedenken: «Im Moment kann man kaum voraussehen, wie sich der Strompreis entwickelt, und ob diese Wasserkraftwerke je wieder rentabel sind. Zudem haben grosse Stromunternehmen wie Alpiq grosse Probleme. Was würde bei einem Konkurs passieren?».

Dörig hält dem entgegen, solche Fälle würden bei Verhandlungen immer mit berücksichtigt. «Wenn wir nach genauer Prüfung investieren würden, müssten wir eine moderate, aber stabile Rendite für die Pensionskassen sicherstellen.»

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«Die Rechnung geht für alle auf»

Wie dies gelingen könne, habe die CSEIP eben kürzlich gezeigt – mit einer 40-Prozent-Beteiligung am grössten Festland-Windkraftprojekt Europas in Norwegen.

Einen grossen Teil des künftig dort produzierten Stroms habe man mit sehr langfristigen Verträgen bereits verkaufen können, zum Beispiel an Industrieunternehmen, die sehr viel Strom brauchen und darum interessiert seien an einem fixen Strompreis. «Grosse Verbraucher sichern so ihr Risiko ab, dass mittel- und langfristig die Strompreise wieder steigen können, was nicht unwahrscheinlich ist.» Für diese Sicherheit seien sie bereit, einen Fixpreis zu bezahlen, der über dem aktuellen Strompreis liegt. So gehe die Rechnung für alle auf.