Trotz Milliarden-Verlust der SNB: Geldsegen für Bund und Kantone

Die Schweizerische Nationalbank erwartet für 2015 einen Verlust von mehr als 20 Milliarden Franken. Dennoch werden Bund und Kantone eine Milliarde Franken erhalten.

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Milliarden-Verlust bei der Nationalbank

2:46 min, aus Tagesschau am Mittag vom 8.1.2016

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erwartet 2015 einen Verlust von 23 Milliarden Franken. Damit konnte sie die hohen Verluste des ersten Halbjahrs im dritten und vierten Quartal teilweise auffangen. Trotz dem Verlust erhalten Bund und Kantone eine Ausschüttung in der Höhe von einer Milliarde Franken. Zudem zahlt die SNB eine Dividende von 15 Franken pro Aktie.

Diese ordentliche Ausschüttung erfolgt, weil die Ausschüttungsreserve hoch ist, wie die SNB mitteilte. Der Hauptteil des Verlustes entfällt auf Fremdwährungspositionen. Er beläuft sich im Gesamtjahr nach provisorischen Berechnungen auf 20 Milliarden Franken. Beim Goldbestand ergab sich ein Bewertungsverlust von 4 Milliarden Franken. Auf den Frankenpositionen resultierte dagegen ein Gewinn von 1 Milliarde Franken.

Reserve von 2 Milliarden Franken

Die SNB reserviert für Rückstellungen von Währungsreserven rund 1,4 Milliarden Franken. Die Rückstellungen und der Jahresverlust von zusammen 24,5 Milliarden Franken sind geringer als die Ausschüttungsreserve von 27,5 Milliarden. Nach der Dividendenauszahlung an die Aktionäre sowie der Ausschüttung an Bund und Kantone beträgt die Ausschüttungsreserve noch 2 Milliarden Franken.

Dass die Nationalbank den grossen Verlust des ersten Halbjahrs zum Jahresende teilweise auswetzen konnte, liegt vor allem an den Währungskursen mit der Abschwächung des Frankens. Im dritten Quartal hatte die Rechnung ins Plus gedreht.

Allein der Gewinn auf Fremdwährungspositionen betrug damals 15,9 Milliarden, insgesamt belief er sich auf 16,2 Milliarden Franken. Im ersten Halbjahr hatte die Notenbank 50,1 Milliarden Franken Verlust geschrieben. Nach neun Monaten standen noch 33,9 Milliarden Verlust in den Büchern.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Iwan Lieberherr

«Die Finanzdirektoren der Kantone dürften sich jetzt über ein verspätetes Weihnachtsgeschenk freuen. Es gibt doch noch einen Zustupf von der Nationalbank. Jahrelang haben die Kantone fest damit gerechnet. Diese Zeiten aber sind vorbei. Der Reserven-Topf ist beinahe leer. Deshalb ist es schon eine positive Überraschung, wenn die Nationalbank die bisher gewohnte Milliarde überhaupt noch an die Kantone ausschüttet. Es ist aber auch nicht die primäre Aufgabe der Nationalbank, Gewinne zugunsten der Kantone zu erwirtschaften. Sie ist für die Geld- und Währungspolitik zuständig, sie muss stabile Preise sichern.»