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Zeitunglesen am Wochenende Bei der Sonntagspresse deuten sich Veränderungen an

Sonntagszeitungen sind im Umbruch: Titel wurden zusammengelegt oder eingestellt. Und um den «Sonntagsblick» gibt es Gerüchte.

Die Älteste – der «Sonntagsblick»:  Als der «Sonntagsblick» 1969 zum ersten Mal erschien, war das nahezu ein Tabubruch – eine Zeitung am «heiligen Sonntag». Die erste Ausgabe setzte ein Fussballresultat (Sitten-Basel 2:2) auf die Frontseite. Mit der Zeit schaffte sich der «Sonntagsblick» einen Namen mit Exklusiv-Geschichten, aufwendigen Recherchen und Berichten um Prominenz aus dem In- und Ausland. Bis vor rund zwei Jahren wurde das Blatt (nebst Abos und am Kiosk) noch in auffälligen roten Boxen verkauft, die in vielen ländlichen Regionen zum Dorfbild gehörten. Doch mit den veränderten Lesegewohnheiten und dem wirtschaftlichen Druck rechnen sich die Boxen nicht mehr.

Diverse Sonntagszeitungen liegen auf dem Tisch
Legende: Vor einigen Jahren gab es mit der «Zentralschweiz am Sonntag» und der «Ostschweiz am Sonntag» noch zwei Sonntagspublikationen mehr. Aus der Zeitung «Sonntag» wurde die «Schweiz am Wochenende». (Bild aus dem Jahr 2008) Keystone/Urs Flüeler

Die Zweitälteste – die «SonntagsZeitung»: Seit 1987 gibt es die «SonntagsZeitung» des Medienhauses Tamedia, das auch «Tages-Anzeiger», «Berner Zeitung» und weitere Blätter herausgibt. 2024 gab es strukturelle Veränderungen. Die eigenständige Redaktion wurde in jene des «Tages-Anzeigers» integriert. Die Journalistinnen und Journalisten arbeiten jetzt also für verschiedene Publikationen. Die Zeitung hat mit Arthur Rutishauser aber immer noch einen eigenen Chefredaktor.

«NZZ am Sonntag»: Seit 2002 erscheint die «NZZ am Sonntag». Die Ressorts Wirtschaft und International der NZZ und der «NZZ am Sonntag» arbeiten zwar eng zusammen, doch eine Zusammenlegung sei kein Thema, heisst es. «Wir sind beide zwei sehr starke Titel», sagt Beat Balzli, Chefredaktor der «NZZ am Sonntag». «Eine Zusammenlegung zum jetzigen Zeitpunkt würde überhaupt keinen Sinn machen.» Vielmehr entwickle sich die «NZZ am Sonntag» hin zu einer Wochenzeitung, die die Aktualität weiterdrehe und Überraschendes zutage fördere. Laut Balzli verzichten inzwischen manche Leserinnen und Leser am Sonntag bewusst auf Social Media und Handy und bevorzugen die Papierausgabe der «NZZ am Sonntag».

Einstellungen und Zusammenlegungen

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Die 2008 erstmals lancierte «Zentralschweiz am Sonntag» und das Schwesterblatt «Ostschweiz am Sonntag» wurden 2019 eingestellt. Das Medienhaus CH Media reagierte damit auf den wirtschaftlichen Druck. Rund zehn Vollzeitstellen wurden abgebaut.

2013 legten die damalige AZ Medien und das Bündner Medienhaus um die Südostschweiz (heute Somedia) ihre Sonntagsausgaben «Der Sonntag» (zuvor «Sonntag») und «Die Südostschweiz am Sonntag» zusammen. Es entstand der Titel «Schweiz am Sonntag». Später wurden daraus die Wochenendausgaben der CH-Media-Zeitungen.

Samstags- und Sonntagsausgabe vereint: Das Medienhaus CH Media («Aargauer Zeitung», «Luzerner Zeitung» u.a.) gibt seit 2017 Wochenendausgaben ihrer Lokalmedien heraus – unter dem Titel «Schweiz am Wochenende». Die eigenständige Sonntagsausgabe «Schweiz am Sonntag» wurde mit den Samstagsausgaben der Lokalzeitungen zusammengelegt. Sie teilen sich einen sogenannten Mantel, also gemeinsame überregionale Geschichten. Es besteht eine Kooperation mit dem Bündner Medienhaus Somedia, das unter anderem die «Südostschweiz» herausgibt.

Die Entwicklung: Es gibt Gerüchte über die Zusammenlegung von «Sonntagsblick» und der Samstagsausgabe des «Blick». Zwar betont Ringier-Chef Mark Walder, dass es dazu noch «keinen Entscheid» gebe. Allerdings impliziert die Wortwahl auch, dass Veränderungen zumindest intern diskutiert werden. Die Zusammenlegung hätte Auswirkungen für die «NZZ am Sonntag» und für die «SonntagsZeitung», denn die Zeitungen teilen sich nicht nur die Druckmaschine, sondern auch die Kosten für die Zustellung.

Rendez-vous, 21.5.2026, 12:30 Uhr

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