Fredy Gsteiger: Unser Mann in der UNO

Fredy Gsteiger arbeitet seit 2006 als UNO-Korrespondent für SRF. Er bedauert, dass er als diplomatischer Korrespondent kein Gastland hat. Die Menschen hinter den abstrakten Institutionen wie UNO, Nato und Europarat sind für ihn aber nie langweilig.

«  Ein diplomatischer Korrespondent hat kein Gastland.  »

Fredy Gsteiger
SRF-Korrespondent

Fredy Gsteigers Wahlheimat ist überall, nirgendwo und meistens abstrakt. Die UNO, die Nato, der Europarat und Interpol: Institutionen mit schwerfälligen Verfahren. «Ein diplomatischer Korrespondent hat kein Gastland», bedauert er. Die Menschen hinter den grossen Institutionen sind für den ehemaligen Chefredaktor der Weltwoche jedoch nie langweilig.

Gerne erinnert sich Fredy Gsteiger an ein Zusammentreffen mit Hosni Mubarak Anfang der 1990er-Jahre. Damals begrüsste man es, den ägyptischen Präsidenten in einer Schlüsselposition in der arabischen Welt zu haben. Mubarak sei damals noch ein ziemlich aufgeklärter und moderater Herrscher gewesen: «Er sprach kenntnisreich über fremde Länder, mit Witz und scharfer Beobachtungsgabe über die grossen Weltpolitiker», erzählt Fredy Gsteiger. Mubarak offerierte sowohl Tee, Kaffee und Berge von Gebäck und parierte auch kritische Fragen und bohrende Nachfragen mit Geschick. Später entwickelte sich bekanntlich Vieles anders.

Sushi, roher Fisch eingerollt in Reis und Algen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fredy Gsteiger mag Sushi in der Cafeteria am UNO-Hauptsitz am liebsten. zvg

Lieblingsessen: Sushi

Die Lieblingsspeise des Korrespondenten ist «Sushi» – am liebsten in der Cafeteria am UNO-Hauptsitz in New York City. Beeindruckend sei dort auch die Sicht auf den East River und hinüber zu New Yorks Trendvierteln Brooklyn und Queens.

Spannend seien auch die Begegnungen: Einmal sitze man mit einem Indigenen-Häuptling aus Nunavut zusammen, dann mit einem Menschenrechtsaktivisten aus Burma oder einem polnischen Abrüstungsspezialisten. Es werde stets lebhaft diskutiert.