Höhepunkt, Knackpunkt und Superpunkt vom Gurtenfestival 2017

Das perfekte Festivalwetter war nur einer der grossen Stars der 34. Ausgabe des Gurtenfestivals. Auf dem Berner Hausberg labten sich die Besucher an einem reichhaltigen und äusserst abwechslungsreichen Programm. Welche Bands wie angekommen sind gibt es hier.

Mike Kerr vom britischen Duo Royal Blood am Gurtenfestival (2017) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mike Kerr vom britischen Duo Royal Blood am Gurtenfestival (2017) SRF

Höhepunkt: Lo & Leduc
Die Erwartungen waren hoch und sie haben sie mehr als nur erfüllt. Lo & Leduc begeisterten das Publikum und wurden frenetisch gefeiert. Lo & Leduc am Gurtenfestival 2017 gehört in die Kiste «perfekter Festivalauftritt».

Knackpunkt: Züri West
Euphorisch war der Auftritt der Berner am Gurtenfestival leider nicht. Solid auf jeden Fall. Sicher allemal. Ja. Sogar druckvoll und zügig nach vorne mit eindeutig gelöster Handbremse. Aber eben nicht magisch.

Elfmeterpunkt: Casper, Marteria, Beginner
Festivals, die in diesem Sommer eine dieser deutschen Bands gebucht haben, kauften Festival-Granaten ein. Egal ob die angesagten Namen Casper und Marteria oder die Altmeister Beginner. Diese drei Namen stehen für garantiert gute Festivalstimmung, was sie auch auf dem Gurten bewiesen.

Superpunkt: Royal Blood
Mit Bass und Schlagzeug den Gurten abfackeln. Diese Nummer musst man erst mal bringen. Das britische Duo hat’s getan. Mit etwa gleich viel Effektschlaufen auf dem Bass wie es Zuschauer in der ersten Reihe hatte. Das definitive Rock-Highlight vom Gurtenfestival 2017.

Treffpunkt: Macklemore & Ryan Lewis
Jajaja. Es war eine Riesenparty. Und ja, es gab durchaus coole Momente. Am Ende war’s für mich dann aber doch zu viel Musical- und Bunter-Abend-Groove, um es als musikalisches Highlight herauszustreichen. Stimmungstechnisch aber war es klar ein Höhepunkt.

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Autor: Gregi Sigrist

Autor: Gregi Sigrist

Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

Glanzpunkt: Dabu Fantastic
Dabu Fantastic sind bereit für die Hauptbühne. Viel mehr gibt es nach ihrem Auftritt auf der Waldbühne nicht zu sagen. Ausser vielleicht: Schön, wenn so viel Freude und Energie von einer Bühne ins Publikum und von da wieder zurückstrahlt.

Pluspunkt: Lissie
Lissie macht nicht nur alles richtig: Sie macht das, was sie richtig macht auch richtig gut. Ehrliche, organische Musik mit allem, was in ihr steckt. Und dazu gehört auch ihre leicht kratzige Charakterstimme.

Doppelpunkt: Faber
Faber ist an einem spannenden Punkt seiner Karriere angelangt. Alles zeigt nach oben. Er spürt das und kann damit umgehen. Mit seinem Konzert auf dem Gurten unterstrich er die Ernsthaftigkeit mit welcher er seiner Berufung nachgeht und begeisterte damit die zahlreichen Leute vor der Zeltbühne.

Farbpunkt: Jeans for Jesus
Ein Konzert wie eine Kunstinstallation. Sowas passt eigentlich nicht auf ein Festival. Da das Jeans For Jesus glücklicherweise ziemlich egal war, konnten sie den Gurten aber mit einer faszinierenden Show beglücken. Schön war vor allem zu sehen, dass sie ihre aufwendige Technik im Livebetrieb viel besser im Griff hatten als bei ihrer ersten Tour.

Anziehungspunkt: Imagine Dragons
Die Band aus Las Vegas kam vier Jahre nach ihrem ersten Gurten-Auftritt zurück nach Bern und durfte ihre guten Erinnerungen von damals auffrischen. Die durchorchestrierte Powershow der Amerikaner fand grossen Anklang und setzte Energie frei. Ein sympatischer Auftritt von abgeklärten Showprofis.

Zusatzpunkt: Seven
Was passiert, wenn ein Perfektionist eine perfekte Show spielt? In Bezug auf Sevens Konzert auf dem Gurten darf man sagen: Eine Show ohne Fehler und trotzdem mit viel Seele.