Verführerische Zuger Kirschtorte

Gut getränkt muss sie sein, die Zuger Kirschtorte. Nur die besten Zutaten und echter Zuger Kirschlikör machen sie zum Geschmackserlebnis. Der Erfolg spricht für sich. Seit bald 100 Jahren ist die Zuger Kirschtorte weltweit beliebt. Erfunden wurde sie allerdings von einem Appenzeller.

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Die echte Zuger Kirschtorte

Als Heinrich Höhn aus Herisau 1913 eine Konditorei in Zug eröffnete, war er voller Tatendrang. Freunde eines benachbarten Restaurants baten ihn darum, ein leckeres Dessert für ihre Gäste zu entwickeln. Etwas mit «Zuger Kirschlikör» sollte es sein. Höhn experimentierte ein paar Jahre herum, bis er mit dem Ergebnis zufrieden war. Seine Zuger Kirschtorte wurde zum Renner.

Beim Zubereiten der Kirschtorte. Teig und Tortenboden sind schon parat. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei der Produktion der Zuger Kirschtorte: Geschäftsführer Bruno Heini (links) und Konditor Urs Loppacher in der Conditorei Treichler. SRF

Ein Geschmackserlebnis

Cremig und knusprig, aber vor allem gehaltvoll durch den Kirschlikör und die Buttercrème, so schmeckt die Zuger Kirschtorte. Laut Urs Loppacher, Konditor der Zuger Traditionskonditorei Treichler, machen die Zutaten die Torte erst so richtig aus.

« Nimmt man einen billigen Kirsch, kommt nichts Gutes dabei heraus. »

Für den echten Zuger Kirschlikör muss man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen.Natürlich ist die Herstellung ein weiterer wichtiger Faktor. Hierüber schweigt sich der Fachmann allerdings aus. Tatsache ist, dass das Urrezept seit bald 100 Jahren nicht verändert wurde. Die Zuger Kirschtorte ist sogar weltweit beliebt. Charly Chaplin, Audrey Hepburn oder Sean Connery outeten sich mitunter als echte Kirschtorten-Fans.

Ungeschütztes Rezept

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Die Zuger Kirschtorte

Die Torte ist ca 5 cm hoch. Sie besteht aus zwei mürben Japonaisböden, dazwischen liegt ein mit Kirschlikör getränkter Bisquit samt zwei dünnen Schichten Buttercrème. Deckel und Rand sind ebenfalls mit Buttercrème bestrichen.

Alsbald sollte Höhns Kreation bei nationalen und internationalen Bäckerei- und Konditoreiausstellungen verschiedene Preise gewinnen. Was begehrt ist, will natürlich auch geschützt werden. Höhn fertigte also eine Etikette an, die fortan seine Kirschtorte zierte. Das Rezept selber hingegen wurde nicht patentiert. Deshalb wird die Zuger Kirschtorte heutzutage von verschiedenen Schweizer Konditoreien und sogar industriell kopiert. Höhns berühmtes Siegel mit dem Zuger Zytturm und blauem Band ziert indes nur die echte Zuger Kirschtorte der Konditorei Treichler in Zug.

Verkaufsschlager

Laut dem Verein «Kulinarisches Erbe Schweiz» wurden zu Spitzenjahren 100‘000 Original- Zuger Kirschtorten verkauft. Ob als Dessert oder zu Kaffee und Tee hat sie sich zu einer beliebten Spezialität entwickelt. Einzig bei unseren deutschen Nachbarn sorgt die Torte bisweilen für Verwirrung. Mancher ist demnach erstaunt, wenn er in seiner Torte anstatt Kirschen, dieselben in destillierter Form vorfindet.

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