Das Akkordeon stemmt die meisten Töne

Die Neugier hat Volksmusikredaktor Dani Häusler gestochen. Einfach so zum Spass wollte er herausfinden, wie viele Töne ein etwa dreiminütiger Ländler enthält. Das Resultat seiner verspielten Recherche hat ihn selber überrascht: Das Akkordeon übernimmt rund 40 Prozent aller Töne.

Ein ältere Mann blickt stolz auf sein Akkordeon, auf dem ein schwarzer Hut liegt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ausnahme-Akkordeonist Willi Valotti war von 1970 bis 1980 Teil der Ländlerkapelle Heirassa. SRF

Klarinette, Akkordeon, Klavier und Bass: Dies ist die gängige Besetzung einer Innerschweizer Ländlerkapelle. Nimmt man diese Instrumente mit dem Anteil der gespielten Töne unter die Lupe, kommt man auf ein erstaunliches Resultat. «Auf das Akkordeon entfallen 40 Prozent aller Töne, je 25 Prozent übernehmen Klarinette/Saxofon und Klavier, die restlichen 10 Prozent der Kontrabass», fasst Dani Häusler seine erstaunliche Recherche zusammen. Erstaunlich deshalb, weil die eigene Wahrnehmung dem virtuosen Klarinettisten die Hauptarbeit zuschreiben würde.

Das Akkordeon als Joker in der Besetzung

1:02 min, aus Musikwelle Magazin vom 12.06.2017

Begleitung und Melodie

«Das Akkordeon ist der Joker in der Besetzung einer Ländlerkapelle», so Dani Häusler. Klarinette oder Saxofon seien für die Melodie zuständig, das Klavier für die Begleitung und der Bass für die Basstöne. «Doch das Akkordeon kann beide Parts übernehmen, die Begleitung und die Melodie.»

Ein gutes Beispiel dafür war die 1959 gegründete Kapelle Heirassa. Mit Walter Grob und später mit Willi Valotti beeindruckte sie mit zwei Ausnahme-Akkordeonisten. Gerade beim «Bume-Schottisch» zeige sich gut, dass das Akkordeon mehr sei als nur Begleitung, erklärt Dani Häusler.

«Bume-Schottisch» als Erklärstück

«Im ersten Teil spielt Willi Valotti die 2. Stimme. Im zweiten Teil übernimmt er auch einmal die Melodie. Im Trio wird das Akkordeon zum Begleiter, erzeugt ein kleines Echo zum Saxofon, geht über in die zweite Stimme und wechselt schliesslich wieder zur Melodie.»

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