In Erinnerung an «Ländlerpapst» Wysel Gyr

Mit dem Namen Wysel Gyr verbindet man unweigerlich gute volkstümliche Unterhaltung. Freunde der Volksmusik erinnern sich bis heute an Fernsehsendungen wie «Gala für Stadt und Land» oder «Öisi Musig». Am Donnerstag würde der beliebte Moderator und «Ländlerpapst» 90.

Wysel Gyr winkend inmitten seiner Fans. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wysel Gyr verabschiedete sich 1995 anlässlich seiner Abschiedsgala «Sini Musig» von seiner Fan-Gemeinde. Keystone

Wysel Gyr (1927-1999) beschäftigte sich schon in jungen Jahren mit Journalismus. Diese Leidenschaft führte ihn später zu Radio und Fernsehen. Vorerst verdiente er sich seine Sporen aber nebenberuflich. Der gelernte Schriftsetzer schrieb Beiträge für Zeitungen, verfasste Cabaret-Texte, profilierte sich als Bühnenmoderator und Filmer. In dieser Zeit war er auch ab und zu als Mitarbeiter fürs Schweizer Fernsehen tätig.

Verantwortlich für über 500 Volksmusiksendungen

Schliesslich wurde das Fernsehen seine berufliche Heimat. 1961 übernimmt Wysel Gyr das Ressort «Heimat». Bis 1979 präsentiert er regelmässig Sendungen wie «Für Stadt und Land», «Bodeständigi Choscht», «Öisi Musig», «Diräkt us» oder zuletzt «Galaabend für Stadt und Land». Auch fürs Schweizer Radio ist Wysel Gyr ein wertvoller Mitarbeiter für die Sendung «Volksmusik-Journal».

Schwarz-Weiss Fotografie mit Wysel Gyr in Schale und Musikern in Appenzeller Trachten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Radio- und Fernsehmoderator Wysel Gyr und Appenzeller Volksmusiker 1977 während der Aufzeichung der Sendung «Für Stad... Keystone

Wysel Gyr war ein Perfektionist. Sein Herz schlug vor allem für den traditionellen Ländler. Wegen seines Engagements als Volksmusik-Förderer wurde er auch gerne «Ländlerpapst» genannt.

Der Zürcher sammelte mit grosser Leidenschaft Schallplatten, Pinguine, Glocken und Hexenmasken. Auf der Suche nach Humor, war man bei Wysel Gyr ebenfalls an der richtigen Adresse: Der Volksmusik-Liebhaber besass die grösste Witzbibliothek in der Schweiz.

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