So vielfältig ist der Schweizer Metal-Untergrund

Die Schweiz verfügt seit Jahrzehnten über eine blühende Metalszene: Celtic Frost beeinflussen seit 1984 Metalbands weltweit und jüngst verhalf die Folk-Metalband Eluveitie ihrem Genre zum internationalen Durchbruch. Doch was macht eigentlich der Schweizer Metaluntergrund? Diese Acts musst du kennen.

Tom Fischer, ehemaliger Sänger und Gitarrist der Schweizer Death-/Black Metal-Legenden Celtic Frost, ist mittlerweile mit seinem (ehemaligen) Nebenprojekt Triptykon unterwegs. Zwei Studioalben wurden bislang veröffentlicht.

Selbstverständlich erinnert die Musik von Triptykon an Celtic Frost, trotzdem ist Fischers neue Band alles Andere als ein Abklatsch. Das liegt unter Anderem daran, dass er schon immer auf Grenzen geschissen hat und seinem Gespür für finstere Doom-Parts und kraftvolle Riffs vertrauen kann.

Das zweite Triptykon-Album «Melana Chasmata» ist ein Werk, welches man am besten bei schummrigem Kerzenschein bei einem Glas Rotwein geniesst. Wobei es natürlich durchaus sein kann, dass man dann zwischendurch das Licht anknipsen muss, um nicht völlig in der Schwere dieser Musik zu versinken... Brätscht - aber langsam und subtil.

Mortal Factor

Weg von den Giganten, hin zu unbekannteren Acts. Mortal Factor aus Luzern stehen schon seit 12 Jahren für In-Your-Face-Thrash-Metal. Seit Anfang Jahrtausend legt das Trio über die Schweizer Szene hinaus europäische Bühnen in Schutt und Asche.

Ihre musikalischen Qualitäten gab es bis letzten Herbst aber vorwiegend live zu geniessen. Erst im Oktober 2014 haben sie ihr erstes Album veröffentlicht. «No Lessons Need Learning» überzeugt mit sattem, direkten und wuchtigem Sound. Geschnörkel brauchen Mortal Factor nicht - sie überzeugen mit purer Realness. Der Beweis: Bass und Schlagzeug haben sie fürs Album live aufgenommen. Da wird nix gefaked.

Battalion

Wir bleiben bei richtig «truem» Sound. Heavy Metal als Genre ist nicht in den 90ern hängen geblieben sondern bringt auch heute noch neue Bands hervor. Battalion aus Zürich haben seit 2006 eine bewegte Bandgeschichte mit einigen Mitgliederwechseln und persönlichen Schicksalen.

Musikalisch jedoch bewegt sich die Band seit Anbeginn in eine Richtung: nach oben. Sie glänzen seit Jahren durch Auszeichnungen wie «beste Schweizer Band» und durch gefeierte Supportauftritte von grossen Bands wie Machine Head und Slayer.

Im September 2014 haben Battalion ihr drittes Studioalbum «Generation Movement» aufgenommen und diesen April wird es mit einer Plattentaufe im Zürcher Dynamo released. Das wird ein Spass! Wer auf den Geschmack gekommen ist, der sollte sich unbedingt ihre Europa-Tournee im Herbst geben.

Carnal Decay

Bizli extremer gefällig? Kommen wir zum Brutal Death Metal. Der hat in der Schweiz nämlich eine grosse, eingeschworene Fangemeinde. Gitarren wie Kettensägen (oder wahlweise dein frisiertes Töffli aus der Jugendzeit), Drums schneller als... etwas, das halt fuckin schnell ist - Carnal Decay räumen live wie auf Platte alles ab.

Man wünscht sich beim Hören ein kleines aber feines Death Metal Openairli bei 30 Grad. Reto Ehrler, der ehemalige Drummer, gründete einst auch das schönste dieser Festivals: Das legendäre Mountains of Death im Muothatal.

Carnal Decay knüppeln seit 2001, haben drei Alben auf dem Markt und schrauben seit geraumer Zeit am nächsten herum. «2015 versuchen wir die Weltherrschaft an uns zu reissen und spielen bis uns schlecht wird», verrät uns Sänger Michael.

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Bei «Brätsch» hörst du immer Montags zwischen 17 und 18 Uhr richtig harte Musik.