«Sand» von Wolfgang Herrndorf

An der Leipziger Buchmesse hat Wolfgang Herrndorfs «Sand» den Preis in der Sparte Belletristik erhalten. Dies war keineswegs absehbar: Als der Roman erschien, waren die Rezensionen über die seltsame Geschichte gespalten.

Manche Kritiker waren verwirrt ob der Fülle von Personen und Handlungssträngen. Sie schwärmten aber auch von der «entspannten Schönheit» und dem «grandiosen Spiel der Mehrdeutigkeiten».

Was das Genre anbelangt, einigte man sich auf die Bezeichnung «Agententhrillerparodie». Andere charakterisierten den Roman als postkolonialen Gesellschaftsroman, als Scherz, als Melodram. In der «Zeit» befand Andrea Hünniger das Romanpersonal sei ein «enormes Ensemble von Deppen», ja Doofheit überhaupt der Motor der Handlung.

Es wird deutlich: Herrndorfs seltsame Geschichte rund um den unterbelichteten Polizisten Polidorio, der anno 1972 in einer Wüste des Maghreb den Mehrfachmord an Mitgliedern einer Hippiekommune aufzuklären versucht, gab Rätsel auf.

Die Schriftstellerin Dana Grigorcea und der Literaturkritiker Beat Mazenauer werden versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Autor/in: Felix Schneider