Die Serviette – Vom edlen Damasttuch zum Wegwerfobjekt

Die Serviette gehört heute so selbstverständlich zum Gedeck, wie Löffel, Gabel und Messer. Das war nicht immer so. Die Serviette kam vereinzelt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Gebrauch. Zum Bestandteil des individuellen Gedecks wurde sie aber erst im Laufe des 16. Jahrhunderts.

Die Serviette gehört heute zum Gedeck dazu.
Bildlegende: Die Serviette gehört heute zum Gedeck dazu. Keystone

Da Stoffe damals noch sehr teuer waren, war sie Ausdruck einer gehobenen Tafelkultur und ihr Gebrauch blieb lange dem Adel und dem wohlhabenden Bürgertum vorbehalten.

Der allgemeine Gebrauch der Serviette setzte sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts durch, als sich die Preise für Textilien im Zuge der entstehenden und sich ausbreitenden Textilindustrie verbilligten. Doch bei den einfachen Leuten lagen Servietten bis vor noch nicht allzu langer Zeit nur an Sonn- und Feiertagen auf dem Esstisch. In den 1970er-Jahren kamen die Papierservietten auf. Heute gibt es sie in den unterschiedlichsten Qualitäten, Grössen, Farben und Mustern. Aber es gilt immer noch: auf eine festliche Tafel - zu Hause oder im Restaurant - gehören Stoffservietten.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Jürg Oehninger