Maultasche – das schwäbische Nationalgericht

Was im Norden Deutschlands das Fischbrötchen ist, das ist im Süden - präziser gesagt im Schwabenland - die Maultasche. Eine rechteckige Teigtasche gefüllt mit fein gehacktem Fleisch, Kalbsbrät, Spinat, Petersilie, Ei und Milchbrötchen.

Maultschen auf einem Teller.
Bildlegende: Maultaschen - Schmecken nicht nur in der Karwoche. Colourbox

Serviert wird die Maultasche entweder in Brühe oder «geschmälzt» mit in viel Butter braun gebratenen Zwiebeln oder «geröstet». Für letztere Variante wird die Maultasche in Stücke geschnitten und dann mit Zwiebeln und/oder Ei geröstet und allenfalls auch noch mit Käse überbacken. Ganz schön deftig! Vor allem dann, wenn ganz klassisch dazu noch Kartoffelsalat gereicht wird.

Karwochen-Gericht

Das schwäbische Nationalgericht wird traditionell an Gründonnerstag aufgetischt und wer kulinarisch etwas auf sich hält, macht seine Maultaschen selber. Nach dem Familienrezept, so wie das die Mama oder Oma schon gemacht haben.
Weniger Ambitionierte kaufen die Maultasche beim Metzger oder im Grossverteiler.

«Herrgottsbscheisserle».

Unklar ist die Herkunft der Maultasche: Die Legende besagt, dass die Zisterzienser-Mönche des Klosters Maulbronns sie erfunden haben. Es heisst, sie hätten während der Fastenzeit ein Stück Fleisch geschenkt bekommen und dieses dann mit Spinat, Brot und andern Zutaten gemischt und damit Teigtaschen gefüllt. Weil das Fleisch auf diese Weise perfekt in der Maultasche versteckt gewesen war, besagt die Legende weiter, hätte der Herrgott nicht mitbekommen, dass die Maulbronner Mönche mitten in der Fastenzeit Fleisch gegessen hätten. Wahr oder auch nur gut erfunden? Die Maultasche heisst im Volksmund auf jeden Fall auch «Herrgottsbscheisserle».

Autor/in: Maja Brunner, Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: SRF