Neuer Roman von Charles Lewinsky: «Kastelau»

Beiträge

  • Der Autor Charles Lewinsky (Bild: Lukas Maeder)

    Neuer Roman von Charles Lewinsky: «Kastelau»

    Charles Lewinsky ist ein Multi-Talent: Jahrelang hat er mit Sitcoms «Fascht e Familie» oder «Fertig Lustig» das Schweizer Fernsehpublikum unterhalten, hat Hörspiele und Theaterstücke geschrieben und sich mit Bestsellern wie «Melnitz» oder «Gerron» auch literarisch einen Namen gemacht.

    Jetzt erscheint der mit Spannung erwartete neue Roman «Kastelau»: die Geschichte einer exaltierten Filmcrew, die in Bayern sicher die letzten Monate des 2. Weltkrieges überstehen will. Bereits ist «Kastelau» für den Deutschen Buchpreis 2014 nominiert.

  • Eine Filmcrew blufft den Dreh

    Man schreibt das Jahr 1944: eine UFA-Filmtruppe erhält den Auftrag, in Kastelau einen Nazi-Film zu drehen. Auf der Fahrt von Berlin in den Süden wird ein Crew-Bus von einer Bombe getroffen und nur ein kleiner Rest der Truppe erreicht noch Bayern. Das Projekt ist nicht mehr realisierbar.

    Aber weil die Künstler in Sicherheit bleiben wollen, wird die Dreharbeit zur Farce: man tut nur so, als entstehe ein Film und führt die Dorfbewohner und Nazi-Spitzel an der Nase herum. Ein turbulenter Roman, zuweilen gefährlich nahe am Klamauk.

    Buchhinweis: Charles Lewinsky. Kastelau. Nagel & Kimche, 2014.

    Luzia Stettler

  • Wie Lewinsky auf den Stoff kam

    Im Vorwort zu «Kastelau» beruft sich Charles Lewinsky auf die Quellen für seinen neuen Roman: Er sei in einem Filmarchiv in Los Angeles zufällig auf den Stoff gestossen; ein amerikanischer Wissenschaftler habe jahrelang zu dieser Pseudo-Filmproduktion 1944 in Kastelau geforscht und auch viel Recherche-Material hinterlassen. Zum Beispiel Tagebücher von Beteiligten aus jener Zeit oder Tonbänder mit Schauspieler-Interviews. Daraus sei dann der Roman entstanden.

    Luzia Stettler zeigt, wie Lewinsky diese Stimmen im Buch einbaut.

    Luzia Stettler

  • Ein Spiel mit der Illusion

    In «Kastelau» gelingt Charles Lewinsky die heikle Gratwanderung, eine humorvolle Geschichte vor einem politisch düsteren Hintergrund zu erzählen. Im Gespräch mit Luzia Stettler erzählt er, warum dies möglich ist und gibt Einblick in die Arbeit an diesem Roman.

    Es sei eine Geschichte übers Lügen, sagt er, und lässt sich auch selber auf den Zahn fühlen: Beruft er sich hier tatsächlich auf historische Quellen oder macht er im Grunde genommen als Autor dasselbe wie die Filmcrew in Kastelau: Blufft er eine Realität vor, die gar nicht existiert ?

    Luzia Stettler