Das Geheimnis unseres Waldes

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Grüne Lunge, Nutzfläche, Erholungsraum, Märchenwelt: Der Wald, ein nationales Heiligtum. Der Dokumentarfilm porträtiert mit beeindruckenden Bildern die Wälder der Schweiz. Über vier Jahreszeiten gedreht begleitet der Film Menschen mit einer besonderen Leidenschaft für den Wald.

Der Regisseur Heikko Böhm hat eine der bisher aufwendigsten Dokumentation über Schweizer Wälder gedreht.  «Uns ging es darum, die Wälder in ihrer ganzen Ästhetik zu zeigen und dem Wald ein Gesicht zu geben», erklärt er. «Schöne Bilder allein reichten uns dafür jedoch nicht. Wir wollten den Wald keineswegs nur romantisieren und verklären. Deshalb haben wir den Zugang zum Wald über Menschen gesucht.»

Einer der porträtierten Waldmenschen ist Michel Brunner. Er spürt alte, dicke und besondere Bäume in Schweizer Wäldern auf und fotografiert sie. Sein daraus entstandenes Buch «Baumriesen der Schweiz» ist ein Bestseller. Albert Mächler aus Sankt Moritz ist ein leidenschaftlicher Jäger, aber auch ein renommierter Tierfotograph: Einmal pirscht er sich mit Gewehr und Kugel, ein andermal mit Fotoapparat und Zoomobjektiv an die Wildtiere heran.

Luigi Frigerio ist Forstarbeiter in Celerina. Für ihn muss ein Wald «schön» sein. Und das gehe nur mithilfe des Menschen. Das Holz müsse man nutzen. Den Wald sich selbst zu überlassen, das ist für Luigi eine Todsünde. An Luigi Frigerio zeigt sich das Spannungsfeld im Verhältnis Mensch und Wald. Wie weit soll der Wald sich selbst überlassen sein? Inwiefern darf der Mensch eine der grössten Rohstoffquellen nutzen?

Früher wurde der Wald so intensiv bewirtschaftet und abgeholzt, dass er beinahe daran zugrunde ging. Heute wird der Wald viel mehr denn nur als Holzlieferant geschätzt: Er schützt vor Erosion und Lawinen, er reinigt Luft und Wasser und dient den Menschen als Erholungsraum. Trotz dieser nüchtern betrachteten Funktionen ist der Wald für die Menschen ein Ort voller Mythen und Geheimnisse geblieben. Diese Mystik vermittelt der Film in Bild und Ton.

Der renommierte Kameramann Ralph Baetschmann, der auch für die visuelle Umsetzung des ersten Schweizer Science-Fiction-Films «Cargo» verantwortlich war, hat die entsprechenden Bildwelten eingefangen. «Wir haben uns die grossen BBC-Dokumentationen als Vorbild genommen und keinen Aufwand gescheut», schildert Produzent Patrick M. Müller die Vision der Crew. «Mit Helikopter- und Drohnenaufnahmen, Kamerafahrten und Steadycam wollen wir den Wald auch auf der grossen Kinoleinwand zu einem spürbaren Erlebnis machen.»  Über 30 000 Kilometer fuhr das Team durch die Schweiz, um möglichst viele und unterschiedliche Wälder zu zeigen.